Mittelstand auf Expansionskurs
Der weite Weg Richtung Wachstum

Wenn das Stammgeschäft ausgereizt ist, müssen sich Mittelständler andere Wachstumsmöglichkeiten suchen, so auch der Berliner Medizintechniker World of Medicine. Doch die Finanzierung ist teuer – und der Weg weit.
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BerlinHohlräume im Körper schaffen - seit 40 Jahren ist das die Mission des Berliner Medizintechnikunternehmens World of Medicine, kurz WOM. 1972 gelingt durch die Entwicklung eines Pumpensystems die Aufdehnung der Gebärmutter. Damit war der Grundstein für die minimalinvasive Chirurgie gelegt, bei der Ärzte durch kleine Zugänge statt große Schnitte operieren.

Die Berliner, die in der Hauptstadt forschen und in Oberfranken produzieren, sind selbst wenig bekannt. WOM vertreibt seine Geräte unter dem Namen seiner Kunden, etwa Siemens, Aesculap und Dräger. Die Zahl der Mitarbeiter liegt bei 400. Der Betriebsgewinn erreichte im ersten Halbjahr 4,3 Millionen Euro bei einem Umsatz von 28 Millionen, wovon gut zwei Drittel im Ausland erzielt werden. 92,48 Prozent der Unternehmensanteile hält die Münchener Beteiligungsgesellschaft Aton.

Das weitere Wachstum im Stammgeschäft hält WOM für begrenzt - und hat daher ein neues Kapital aufgeschlagen. Im Fokus steht ein Gerät zur optischen Diagnostik von hellem Hautkrebs, weltweit eine der häufigsten Tumorarten. Doch der Weg ist lang, teuer und bis zur Zulassung unsicher. "Von der ersten Idee bis zur Marktreife vergehen mehr als zehn Jahre", sagt Forschungschef Karl-Heinz Schönborn dem Handelsblatt. Sein Resümee vor den klinischen Studien, die im Januar beginnen sollen: "Die Finanzierung eines neuen, so lang laufenden Projekts ist auch für ein gut geführtes, strukturiertes Unternehmen mittlerer Größe kaum aus eigener Kraft zu stemmen."

Bis heute hat WOM 3,4 Millionen Euro in das Projekt investiert. Bis zur Genehmigung rechnet Schönborn mit "deutlich mehr als fünf Millionen", davon stammt gut eine Million aus öffentlicher Förderung.

Die Erwartungen der Berliner sind groß. Allein in Deutschland erkranken jährlich rund 200.000 Menschen an hellem Hautkrebs. Bei Verdacht auf einen Tumor wird in der Regel eine Gewebeprobe entnommen. Das hinterlässt Narben. Mit dem neuen Gerät müsste zur Erstdiagnose nicht mehr geschnitten werden.

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