Mittelstand
Beteiligungskapital aus der Region

Aufgrund der derzeitigen Finanzkrise ist es für Unternehmen schwerer geworden an Kapital zu kommen. Nach wie vor betätigen sich aber Sparkassen und Volksbanken als Eigenkapitalgeber für Mittelständler. Bei der Firma Oechsler hat dieses Modell gut funktioniert.

FRANKFURT. Alle 20 Sekunden macht es "Zischschsch", dann spritzen dünne Röhren zähen Plastikbrei in Metallförmchen. Ein Roboter bugsiert die künftigen Gelenke für automatisch schwenkbare Auto-Scheinwerfer, Inhalatoren für Asthmatiker und Gehäuse für Blutzuckermessgeräte behutsam auf Paletten. 600 Mal pro Minute, jedes ein Stück Präzisionsarbeit made in Mittelfranken.

Auftraggeber sind große Automobilzulieferer wie Bosch oder Pharmafirmen wie Roche. 141 Mill. Euro Umsatz erwirtschaftete das Familienunternehmen Oechsler aus Ansbach mit Präzisions-Kunststoffteilen im vergangenen Jahr. 160 Mill. Euro sollen es im kommenden werden. Inzwischen produziert Oechsler auch in China und Rumänien. Denn wenn die Autobauer in Billigländer ziehen, müssen die Zulieferer mit. Doch Expansion kostet Geld.

"Wenn durch Kredite die Eigenkapitalquote unter 25 Prozent sinkt, wird es eng", sagt Vorstand Claudius Kozlik. Die Auftraggeber wollen Sicherheit und Stabilität. "Wenn die befürchten, dass es die Firma in fünf, sechs Jahren nicht mehr gibt, gibt es keine großen Aufträge." Aber auch die fordern Investitionen in neue Hallen, mehr Beschäftigte, mehr Maschinen.

20 Mill. Euro frisches Eigenkapital brauchte Kozlik im Jahr 2000, ein Investor musste her. Aber keiner, der schnell Kasse machen wollte. Ein halbes Jahr gaben sich Private- Equity-Firmen in Ansbach die Klinke in die Hand. Entschieden haben sich die 13 Familienmitglieder schließlich für eine Minderheitsbeteiligung der IKB-Tochter IKB-Private Equity und der WGZ-Initiativkapital. Beide zusammen halten 20 Prozent. "Es waren auch Angelsachsen bei uns, aber die schienen nicht an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert. Und wenn dann noch jemand sagt, wir kaufen die Anteile, unsere Spezialisten kommen dann für die Umsetzung und noch andere sitzen dann im Aufsichtsrat, hört sich das nicht vertrauenerweckend an", sagt Kozlik.

Bei der WGZ lag alles bei einem Mann. Inzwischen betreut Martin Völker Oechsler seit sieben Jahren. "Aber ins operative Geschäft mischen wir uns nicht ein", sagt der Geschäftsführer der WGZ-Initiativkapital. Auch den schnellen Euro will die Private-Equity-Gesellschaft der Düsseldorfer Kreditgenossen nicht machen. Fünf bis sieben Jahre lang wird jeder Euro ins Unternehmen gesteckt. Danach ist Zahltag. Denn die Rendite muss trotzdem stimmen, 15 bis 20 Prozent pro Jahr erwarten die Genossen.

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