Mittelstand
Blech-Firmen rüsten sich für die Krise

Schwankende Rohstoffpreise und die Schwäche der Kunden machen den blechverarbeitenden Unternehmen zu schaffen. Sie befinden sich in einer schwierigen Sonderstellung zwischen globalen Stahlkonzernen und Abnehmern aus der Industrie.

BREMEN. Tomislav Jurcevic weiß, dass deutschen Blechbearbeitern schwere Zeiten bevorstehen: "Für die nächste Zeit erwarten wir einen Auftragsrückgang beziehungsweise keinen Wachstum", sagt der Vertriebsleiter der Adler AG im baden-württembergischen Höfen. Ob der Hersteller von Aluminium und Stahlkomponenten mit 50 Mitarbeitern seinen Umsatz von zuletzt knapp 650 Mill. Euro in diesem Jahr wird toppen können, hänge stark von der derzeitigen Finanzkrise ab, schätzt Jurcevic: "Das aktuelle Niveau zu halten, ist zumindest unser Ziel."

Seit Jahren haben die deutschen Blechverarbeiter mit steigenden Rohstoffpreisen zu kämpfen, die zuletzt von der enorm wachsenden Stahlnachfrage aus China angefeuert wurden. Die zumeist mittelständischen Unternehmen befinden sich in einer schwierigen Sonderstellung zwischen den globalen Stahlkonzernen, die den Rohstoffpreis bestimmen, und ihren Kunden, zumeist Automobilhersteller, auf deren Einverständnis sie angewiesen sind, wenn sie Preiserhöhungen durchsetzen wollen. Jetzt ist noch mehr Unsicherheit in die Branche gekommen, weil die Finanzkrise auch die erfolgsverwöhnte Stahlindustrie eingeholt hat. Preise zu kalkulieren, wird für Mittelständler immer schwieriger.

"Die mittelständischen Blechbearbeiter befinden sich in einer Art Sandwich-Situation zwischen den Stahlunternehmen und mächtigen Autoherstellern", erklärt Bernhard Jacobs, Geschäftsführer des Industrieverbands Blechumformung (IBU). "Daher ist es äußerst schwierig für sie, kurzfristige Preisänderungen weiterzureichen." Mit der Finanzkrise gehe zwar die Stahlnachfrage zurück, weil die Automobilhersteller ihre Produktion einschränken. "Zu einer Entspannung führt diese Entwicklung allerdings nicht."

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