Mittelstand
Börsengänge noch nicht eingeläutet

Weil Investoren für Börsengänge in der Größenordnung bis zu 100 Mill. Euro derzeit kaum zu begeistern sind, hat die 178 Jahre alte Ahorn AG ihren Börsengang nun abgesagt. Zumindest für das laufende Jahr hat Deutschlands größter Bestatter seine Börsenpläne definitiv auf Eis gelegt. Wie Ahorn geht es derzeit aber vielen Mittelständlern in Deutschland.

FRANKFURT. Galten gerade Mittelständler wegen ihres oft übersichtlichen und leicht verständlichen Geschäftes sowie einer gewissen Mode um kleine und mittelgroße Aktien lange Zeit als Lieblingskinder der Börse, so hat sich dieser Trend spätestens seit dem vergangenen Jahr deutlich gedreht.

Zwei Gründe gibt es dafür: "Institutionelle Anleger sind in den vergangenen Monaten sehr kritisch geworden", sagt Hanns-Alexander Klemm, Managing Director bei Cazenove in Frankfurt. Zudem geht der Trend derzeit eher zu den großen Werten, sodass Mittelständler mit ihren Emissionen allzu oft auf der Strecke bleiben. Grund dafür ist, dass gerade in den turbulenten Zeiten seit Beginn der US-Immobilienkrise im vergangenen Sommer große Titel mehr Sicherheit und auch eine leichtere Handelbarkeit versprechen als die oft illiquiden kleinen Aktien.

Der typisch deutsche Börsengang, der in der Regel ein Volumen zwischen 80 und 300 Mill. Euro aufweist, hat es deshalb in diesem Jahr ganz besonders schwer. Kein einziges Unternehmen, das Summen dieser Größenordnung einnehmen will, hat sich bisher aus der Deckung gewagt. ´

Das heißt nun nicht, dass das Gros der Mittelständler mit Börsenambitionen diese wie Ahorn gleich für das gesamte Jahr abgeblasen hätte. Die meisten halten sich bedeckt und hoffen nach dem sehr turbulenten ersten Quartal an der Börse auf ruhigere Zeiten in den kommenden Monaten. Schon im vergangenen Jahr zeichnete sich ein Trend ab, dass das Zeitfenster, in dem Börsengänge am Markt zu platzieren sind, sich sehr kurz öffnet, aber sich auch schnell wieder schließen kann.

"Viele arbeiten deshalb momentan auch in aller Ruhe an den Vorbereitungen weiter, um für diesen Zeitraum bestens präpariert zu sein", sagt Klaus Fröhlich, der bei Morgan Stanley das Geschäft mit Aktienemissionen im deutschsprachigen Raum leitet.

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