Mittelstand
Die Manufakturen der Reisebranche

Während Branchenriesen wie Tui die Internationale Tourismusbörse kaum nutzen, zeigt die kleinere Konkurrenz Flagge. Rund 2500 Mittelständler zählt die Branche. Und für ihren Auftritt greifen sie tief in die Tasche.
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DuisburgDie Vokabeln, die Gerald Kassner über die Lippen kommen, sind eher unaufgeregt. „Berechenbarkeit“, „Zuverlässigkeit“, „konservatives Geschäft“, „ehrliche Handwerksarbeit“. Der Chef und Inhaber des Duisburger Touristikunternehmens Schauinsland, das sich auf Platz sieben im Ranking der Reiseveranstalter in Deutschland einreihen kann, ist ein zurückhaltender Geschäftsmann.

Und doch: Für den Auftritt auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin greift er tief in die Tasche. Zweistöckig wird der Messestand in Halle 25 sein, knapp 150 Quadratmeter Fläche hat der 48-Jährige in diesem Jahr buchen lassen, doppelt so viel wie noch vor zwei Jahren.

Auch Dutzende andere mittelständische Reiseveranstalter pflegen traditionell ihren Messeauftritt, während die Großen der Branche, Tui, Thomas Cook und Rewe Touristik, das Forum kaum nutzen.

Rund 2500 kleine und kleinste Mittelständler, Reisebüros und Reiseveranstalter sind in der Tourismusbranche tätig, ermittelte der Deutsche Reiseverband. Darunter Spezialisten, die nur ausgefallene Hobbys verkaufen, Sport- und Länderreisen etwa. Im Vergleich zu den Touristik-Großkonzernen sind das praktisch die Manufakturen der Reisebranche. „Mittelstand hat Konjunktur, auch in der Reisebranche“, freut sich Klaus Laepple, langjähriger Reisebüroinhaber in Düsseldorf und Veteran in zahlreichen Branchenverbänden: „Gerade die Kleinen zeigen auf der ITB Flagge.“

So auch Schauinsland-Reisen. In gut zehn Jahren hat das Unternehmen, dessen Wurzeln fast hundert Jahre alt sind, den Umsatz auf eine gute halbe Milliarde Euro verzehnfacht. „Nirgendwo haben wir sonst einen so ausgezeichneten Kontakt zu ganz vielen unserer Partner“, sagt Kassner.

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