Mittelstand
Erfolgreich im Ausland

Auch wenn Deutschland in absehbarer Zeit den Titel des Exportweltmeisters an China verlieren dürfte, verfügt die deutsche Wirtschaft am Weltmarkt weiterhin über beste Trümpfe. Dabei sind vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) besonders erfolgreich.

KÖLN. Die Bundesbank begründet die dynamische Entwicklung des deutschen Exports seit Beginn des Jahrzehnts vor allem damit, dass sich die KMU "mit neuen Geschäftsmodellen und flexiblen Angeboten zusätzliche Absatzmärkte erschließen konnten", und dies offenbar auch mit innovativeren Produkten als etwa französische Unternehmen. Während in Frankreich nur 4 Prozent der KMU exportieren, sind es in Deutschland 10 Prozent. Doch dabei sind sie auf ganz andere Unterstützung angewiesen als große Konzerne.

Der Sparkassensektor, der in den vergangenen zehn Jahren seine Position als Partner der Wirtschaft deutlich ausbauen konnte, bietet mit S-CountryDesk ein Leistungsbündel an, damit seine überwiegend mittelständischen Kunden beim Gang ins Ausland so betreut werden können, wie sie dies zuHause gewohnt sind.

Der Service reicht von der Kontoeröffnung über generelle Länder- und Standortinformationen bis hin zur Begleitung der Firmengründung im Ausland.

Hierzu baut der Sparkassensektor seit 2003 ein entsprechendes Netzwerk auf, an dem sich mittlerweile mehr als 100 Sparkassen und bis auf die LBBW alle Landesbanken beteiligen. Ebenfalls dabei sind die Deutsche Leasing und die Deutsche Factoring Bank. Damit stehen den kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland flächendeckend Ansprechpartner zur Verfügung. Doch auch die Wirtschaft baut ihrerseits ein weltweites Netzwerk von Ansprechpartnern für ihre Kunden in den jeweiligen Zielländern auf.

Hierzu stellen zunächst die Niederlassungen und Töchter der Landesbanken im Ausland ihr Know-how zur Verfügung. Laut Arno Bach, Geschäftsführer der CountryDesk GbR in Hannover ist beispielsweise die LB Bayern gut aufgestellt in China, während die WestLB mit ihrer Tochter in Brasilien deutschen Unternehmen wertvolle Schützenhilfe leistet.

Ohne Arbeitsteilung geht es nicht, so konzentrieren sich die einzelnen Großsparkassen auf bestimmte Regionen. Beispielsweise ist die Sparkasse Hamburg traditionell insbesondere auf den skandinavischen Raum ausgerichtet, die Hannoveraner wiederum sind zuständig für Ungarn, Österreich, Tschechien und die Sparkassenkollegen aus Köln kümmern sich vor allem um die südöstlichen Länder.

Überdies wird ein internationales Banken-Netzwerk mit Präsenz nicht nur in den Metropolen, sondern auch in wirtschaftlich interessanten Regionen aufgebaut. "Der Autozulieferer geht nicht nach Warschau, er geht nach Posen, wo sein deutscher Abnehmer sitzt, und er geht nicht nach New York, sondern in die Auto-Städte Cincinnati und Detroit", sagt Bach. Die Partnerbanken im Ausland wissen genau, was die Unternehmen an ihrem Standort brauchen.

Im Gegenzug bieten die deutschen Banken den ausländischen Partnerbanken für deren mittelständische Kundschaft vergleichbares Know-how im deutschen Markt an. Schließlich handelt es sich um ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Wie das Geschäft vom Ausland nach Deutschland funktioniert, muss sich noch weisen. Von hier über die Grenzen jedenfalls läuft es gut und, wie Bach betont, immer besser. Die Nutzungsquote steigt, insgesamt sind schon rund 20 000 KMU-Projekte im Ausland bearbeitet worden, wobei Bach ein steigendes Interesse an Firmengründungen, Investitionen und gewerblichen Immobilien registriert.

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