Mittelstand
Familien sind die besseren Manager

Familien führen große Unternehmen besser durch die Wirtschaftskrise als Manager. Eine neue Studie zeigt: Sie erzielen höhere Renditen.
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DüsseldorfProfite liegen in der Familie. Das zumindest geht aus einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn hervor. Demnach haben deutsche Familienunternehmen in den Krisenjahren 2008 bis 2012 höhere Renditen erzielt als managergeführte Unternehmen vergleichbarer Größe.

Sowohl die Eigenkapitalrentabilität als auch die Gesamtkapitalrentabilität der Unternehmen lagen nicht nur im gesamten Zeitraum, sondern auch in allen einzelnen Jahren über denen normaler Großunternehmen. Für die Studie untersuchte das Institut 6.575 große Unternehmen, davon waren 3.723 in Familienhand.

Zu großen Unternehmen zählen in der Analyse bereits Firmen mit einem Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro und mehr als 500 Mitarbeitern. Familiengeführt definieren die Forscher alle Unternehmen, deren Anteile mindestens zur Hälfte auf höchstens zwei Familien verteilt sind. Zudem müssen Familienmitglieder in der Geschäftsführung aktiv sein.

(2008 bis 2012, nach Unternehmenstyp) in Prozent


In den Jahren 2010 bis 2012 etwa lag die Gesamtkapitalrentabilität großer Familienunternehmen jeweils bei knapp sechs Prozent, die der Nichtfamilienunternehmen ungefähr ein Prozent darunter. 2012 lag die Kluft bei je 6,1 und 4,3 Prozent. Auch bei den Eigenkapitalrenditen lagen die Familienunternehmen im Untersuchungszeitraum vor den managergeführten Firmen, wenngleich nur knapp. Führten Familien die Geschicke, lag die Rendite 2012 bei 10,8 Prozent, leiteten Manager bei 10,2 Prozent.

„Ursächlich hierfür ist eine stärkere Erhöhung des Eigenkapitals auf Seiten der Familienunternehmen im betrachteten Zeitraum“, schreiben die Autoren des IfM Bonn.

Ganz krisenfest sind allerdings auch Familienunternehmen nicht: Im schwersten Krisenjahr 2009 sanken auch deren Umsätze, mit 10,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sogar etwas stärker als bei der Konkurrenz (minus 8,4 Prozent).

Managergeführte Unternehmen sind allerdings größer als Familienunternehmen. Im Schnitt erwirtschafteten 3.400 Mitarbeiter 2012 einen Umsatz von knapp einer Milliarde Euro. Bei den großen Familienunternehmen sorgten im Mittel nur 1.100 Beschäftigte für einen Umsatz von 268 Millionen Euro.

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