
HamburgOb Existenzgründung, Anschubfinanzierung für Innovationsprojekte, Zuschüsse für eine Turn-around-Beratung oder Beteiligungskapital – die Bandbreite der von Bund und Ländern aufgelegten Förderprogramme ist riesig. Davon können auch Unternehmerfamilien profitieren, die sich für eine interne Nachfolgelösung im Rahmen eines Kaufs von Firmenanteilen durch den Sohn oder die Tochter entscheiden. Die Transaktion lässt sich beispielsweise über einen Gründerkredit der KfW oder ein Darlehen aus ERP-Mitteln finanzieren. Warum Nachfolger diese Möglichkeiten nutzen sollten, erklärt Commerzbank-Spezialist Marco Wunderlich.
Herr Wunderlich, welche Vorteile bieten öffentliche Förderprogramme bei der internen Nachfolge?
Ohne öffentliche Förderprogramme würde es sicherlich weniger Übernahmen geben, da gerade die Kapital- und Sicherheitendecke bei Übernahmen meist dünn ist. Hier stehen Förderinstitute unter anderem mit Nachrangdarlehen, also Darlehen ohne zusätzliche Sicherheitenstellung, zur Verfügung. Ferner wird durch günstige Zinssätze und tilgungsfreie Jahre die Kapitaldienstbelastung tragbarer gestaltet. Förderprogramme zur Nachfolgeregelung sind übrigens auch mit jenen zur Finanzierung von Investitionsgütern kombinierbar.
Ist die Inanspruchnahme solcher öffentlichen Förderung nicht eine staatliche Alimentierung?
Besonders in den vergangenen Jahren, also während der Finanz- und Wirtschaftskrise, haben öffentliche Förderprogramme einen deutlichen positiven Imagewandel erfahren. Von einer staatlichen Subventionierung angeschlagener Unternehmen mit Liquiditätsproblemen kann nicht die Rede sein. Das belegen auch die gestiegenen Darlehenszusagen der Förderinstitute. Vielmehr erwarten Unternehmen in der heutigen Zeit von ihrem Kreditinstitut, dass Mittel aus Förderprogrammen in das Investitionsvorhaben eingebaut werden.
DUB:Sind öffentliche Förderprogramme eine Alternative zum klassischen Bankkredit?
Die Hausbank, über die der Nachfolger die Gelder beantragt, betrachtet eine öffentliche Förderung nicht isoliert, sondern bindet diese als Finanzierungsbaustein in ein ganzheitliches Gesamtfinanzierungspaket ein. Die Risikoentscheidung der Förderinstitute basiert auf einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell des Unternehmens. Somit gelten bei öffentlichen Förderprogrammen im Prinzip die gleichen Kriterien wie bei einer Bewilligung von herkömmlichen Krediten. Öffentliche Förderprogramme sind also kein Allheilmittel.
Wie wählt ein Unternehmen die richtigen Fördermittel aus?
Vor dem Hintergrund einer Vielzahl von öffentlichen Darlehen stehen die Fördermittelspezialisten der Commerzbank bei der richtigen Auswahl und der Beantragung von Förderprogrammen partnerschaftlich zur Seite. Dies ist ein Garant für einen zügigen Beantragungs- und Bewilligungsprozess bei den Förderinstituten, der dann innerhalb weniger Wochen durchgeführt werden kann.
"Hier stehen Förderinstitute unter anderem mit Nachrangdarlehen, also Darlehen ohne zusätzliche Sicherheitenstellung, zur Verfügung." Nur komisch, wenn ein Mittelständler nach solchen Darlehen "ohne Sicherheiten" fragt, heißt es bei der Bank stets: "Haben wir nicht." Was sollen solche Artikel ?
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