Mittelstand
Immer auf die Kleinen

Der Mittelstand befürchtet das Schlimmste: Der Atomausstieg lässt die Energiekosten weiter steigen. Und SPD-Chef Gabriel denkt auch noch über eine Reichensteuer nach. Die würde Zehntausende Familienbetriebe treffen.
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DüsseldorfEs sind mindestens zwei Dinge, die den deutschen Mittelstand gerade umtreiben: Die Forderungen von SPD und den Gewerkschaften nach höheren Abgaben für Reiche und Topverdiener und die steigenden Kosten für Strom. Familienbetriebe fürchten, immer größeren Belastungen ausgesetzt zu werden, und sie fühlen sich bedroht.

Zum Beispiel durch den jüngsten Vorstoß von SPD-Chef Sigmar Gabriel, der zu mehr "sozialem Patriotismus" aufgerufen und sich der Initiative "Um-fair-teilen" angeschlossen hat. Die Initiative wird vor allem von Gewerkschaften und Sozialverbänden getragen. Sie fordern eine Vermögenssteuer und -abgabe, einen höheren Spitzensteuersatz und eine höhere Erbschaftsteuer. Damit sollen soziale Ausgaben finanziert werden. Betroffen von diesen Plänen wären auch Zehntausende von Familienbetrieben mit persönlich haftenden Gesellschaftern.

Ein politisches Szenario, gegen das sich auch das Handwerk stemmt. "Es geht eben nicht um die wenigen wirklich Reichen, es geht um höhere Steuern für den Mittelstand", sagt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Denn viel von wenigen holen, bringe dem Staatssäckel kaum etwas ein. Etwas weniger nehmen, dafür aber von ganz vielen - das mache den Beutel dick, sagte der ZDH-Generalsekretär.

"Die SPD will genau diejenigen belasten, die sie in Sonntagsreden selbst - zu Recht übrigens - als Stütze der deutschen Wirtschaft und Bewahrer von Arbeitsplätzen lobt - nämlich den deutschen Mittelstand", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann dem Handelsblatt. Ein solcher Schritt belaste die Unternehmen unmittelbar - kapitalintensive Investitionen würden zurückgestellt.

Kostentreiber Strompreis

Industriestrompreise im Vergleich

in Cent/kWh, 2011 (Inkl. Steuern außer MwSt.)

SPD-Chef Gabriel ist nicht der Einzige, der sich in diesen Tagen Gedanken über die Besteuerung von Vermögenden macht. DGB-Chef Michael Sommer hatte jüngst eine "Zwangsanleihe" für Reiche gefordert. Sommer griff damit einen Vorschlag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) auf. Die Ökonomen hatten angeregt, Bürger mit einem Vermögen über 250.000 Euro zu verpflichten, Schuldpapiere des Staates zu kaufen und diesem so Geld zu leihen. Laut DIW könnte der Bund damit rund 230 Milliarden Euro einsammeln.

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Die Sache mit dem Strom

Kommentare zu " Mittelstand: Immer auf die Kleinen"

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  • Hallo Viveladifference,

    lach, der Einzige der bis dato vom Kommunismus redet sind doch gerade Sie! kein anderer hat das Wort in den Mund genommen. Keiner hat was von der DDR oder China gesagt, oder das er gar die Marktwirtschaft abschaffen will.
    Lach sie reagieren ja wie ein pawloscher Hund! Kaum dass er ein Reiz mitbekommt ( Wusa et hat jemand Reichensteuer gesagt, hilfe) loskeift wie ein altes unzufriedenes Waschweib. Wuff, gut gebrüllt, Löwe.

    Und, Gottchen, sind Sie so schnell errschreckt, weil Sie in der Zeitung, die Sie woll jeden Tag nur lesen, um ihre eigene sture Meinung von klüger formulierenden Menschen vorgekaut zu bekommen; Wenn sie da mal auf eine andere Meinung treffen? Ich glaub sie haben eine idiologische Brille auf, oder. ;-D

    Lesen Sie mal bewusst Zeitungen, die nicht ihre meinung vertreten, dass bildet richtig, weil sie dann mal innerlich arbeiten müssen mit ihrem Weltbild und wirklich neues erfahren. Hier suchen sie ja anscheinend nur das, was in ihren Kopf schon seit jahren wabbert.

    Und wie sie argumentieren, da hat sich INSM jahrelang so angestrengt ihnen gute Argumente für ihr Weltbild zu liefern und dann kommt nur sowas doofes aus ihrem Mund wie: Kommunismus, China, DDR, Sozialneidhammel, also bloße Übertreibungen und Beschimpfungen? Mein Gott, sie gehören doch zur Leistungselite, dann argumentieren sie doch auch mal ihrer hohen eigenen meinung nach entsprechend.

    Also zum Beispiel Reichensteuer ist keine gute Idee, weil ..... <--- so beginnt eine sachlogische Argumentation.

    Also nur Mut. Üben Üben Üben! Es gibt auf der Welt nichts Gutes, außer man tut es!

  • Die Energiepreise steigen so lange ich denken kann, sie müssen auch steigen, denn die Aktionäre wollen jährlich bedient werden.

    Kein anderes europäisches Land exportiert soviel Energie wie wir. Wir exportieren ~130% soviel Energie wie wir selbst verbrauchen. Energiemangel haben wir ganz bestimmt nicht.

    Chernobyl und Fukushima sollten jedem Warnung genug sein, ganz abgesehen von den nicht absehbaren Gefahren die von den Endlagern ausgehen.


  • "Andre" schreibt:

    "Was sind Sie denn für ein Spinner? Der Tote der im AKW gefunden wurde, ist bei der Flutwelle ertrunken. Warum erwähnen Sie nicht, dass beim Brand einer Raffinerie nach dem Erdbeben 60 Feuerwehrleute qualvoll verbrannt oder erstickt sind. Das wäre doch schon ein Grund, Öl als Energieträger zu verbieten?"

    => Sie hatten behauptet, es habe kein einziges Todesopfer der Fukshima Katastrophe gegeben, und das war jedenfalls eine Lüge, wie auch die beiden weiteren von mir angegebenen Quellen eindeutig belegen.

    Und deshalb bin ich für Sie ein Spinner?

    Mann, Sie würden auch Ihre Großmutter für Geld verkaufen, nicht wahr?

    Haben Sie es so sehr nötig? Sind Sie einer Domina hörig, die Sie treibt?


    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    http://die-volkszeitung.de

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