Mittelstand
Insolvenzverwalter erwarten Anstieg von Firmenpleiten

Die Zahl der Firmenpleiten ist zum wiederholten Mal leicht gesunken - doch der Trend dürfte sich umkehren. Experten rechnen mittelfristig mit einem schlechteren Finanzierungsumfeld für Mittelständler.
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BerlinDie Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ebbt noch weiter ab, dürfte aber wegen Konjunkturflaute und Schuldenkrise bald wieder anziehen. „Wir rechnen damit, dass im Winter die Insolvenzzahlen erstmals seit über einem Jahr wieder steigen werden“, sagte der Chef des Insolvenzverwalter Dachverbandes VID, Christoph Niering, am Dienstag. „Die Unsicherheiten auf den Finanzmärkten sind auch nach der Verabschiedung des Rettungsschirms nicht geringer geworden.“ Deshalb müsse man davon ausgehen, dass sich mittelfristig die Finanzierungsbedingungen für den Mittelstand wieder verschlechterten.

Im August mussten 2583 Unternehmen den Gang zum Gericht antreten - dies waren 2,9 Prozent weniger als vor Jahresfrist, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Es war zwar der zwölfte Rückgang in Folge. Niering betonte aber: „Die seit Mitte 2010 anhaltende Erholung bei den Unternehmensinsolvenzen hat sich im Sommer abgeschwächt.“ Seit Anfang 2011 liegt die Zahl der Firmenpleiten summiert um 7,1 Prozent unter dem Niveau von 2010.

Experten rechnen wegen der bisher guten Wirtschaftsentwicklung im Gesamtjahr zwar mit einem Rückgang. Die globale Abkühlung der Konjunktur trübt die Aussichten aber. Zuletzt hatte auch der Inkasso-Verband BDIU gewarnt, dass sich wegen der Schuldenkrise die Zahlungsmoral deutlich verschlechtern könnte und damit die Zahl der Firmenpleiten 2012 wieder in die Höhe gehen dürfte.

Die Verbraucherinsolvenzen sind weiter auf dem Rückmarsch. Im August meldeten sich 9061 Privatpersonen als überschuldet, dies waren gut fünf Prozent weniger als vor einem Jahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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