Mittelstand
Mangelhaft auf Entlassungen vorbereitet

Mittelständische Firmen sind schlecht auf Entlassungen in größerem Stil vorbereitet. Das ist das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Kienbaum. Vielen Unternehmen passieren handwerkliche Fehler, weil sie Entlassungen nicht gewohnt sind.

HB GUMMERSBACH. Rund 40 Prozent von 200 befragten größeren Unternehmen haben keine Erfahrung mit betriebsbedingten Kündigungen oder sind dafür nicht ausreichend gewappnet. Zugleich hätten allerdings 55 Prozent der Firmen angegeben, Entlassungen nur noch maximal ein halbes Jahr aufschieben zu können.

Zwar hätten die Unternehmen grundsätzlich aus der Kündigungswelle in der New Economy Krise 2001 und 2002 gelernt. „Damals haben sie voreilig und unreflektiert Personal abgebaut, das sie später zum Teil wieder teuer neu einkaufen mussten“, erklärte der Kienbaum-Restrukturierungsexperte Max Scholz. Deshalb versuchten sie jetzt, Personalanpassungen so weit wie möglich sozialverträglich zu lösen. „Dennoch werden diese Maßnahmen bei anhaltend schlechter Konjunktur für viele Unternehmen nur eine Übergangslösung sein“, sagte Scholz.

Viele Unternehmen hätten kaum geeignete Steuerungssysteme, Frühwarnindikatoren oder Kennzahlen, um den Personalabbau optimal zu managen, erklärten die Unternehmensberater. Lediglich die Hälfte der befragten Unternehmen verfüge über mehrere Präventivmaßnahmen, mit deren Hilfe sie schnell auf kurzfristige Personalanpassungen reagieren könnten.

Während die im Deutschen Aktienindex Dax notierten führenden Industrieunternehmen vergleichsweise gut auf Personalveränderungsprozesse vorbereitet seien, fehle es daran vor allem im Mittelstand. Dort komme erschwerend hinzu, dass viele Personalabteilungen zu wenig Kapazität und Know-how für den Personalabbau hätten, erklärte Kienbaum.

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