Mittelstand Simona hält an langfristigen Zielen fest

Kunststoffprodukte sind derzeit nicht besonders gefragt. Der mittelständische Hersteller Simona bekommt das zu spüren. Jetzt musste die Firma einen starken Umsatzeinbruch verbuchen. Warum sie dennoch optimistisch bleibt.
  • Siegfried Grass
Simona-Mitarbeiter bei der Kunststoff-Produktion: Der Mittelständler meistert die Krise. Quelle: Pressebild

Simona-Mitarbeiter bei der Kunststoff-Produktion: Der Mittelständler meistert die Krise.

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FRANKFURT. Kunststoffprodukte sind derzeit nicht besonders gefragt. Simona, Hersteller von thermoplastischen Kunststoffprodukten, spürte das mit einem Umsatzeinbruch von 31,7 Prozent auf 53 Mio. Euro im ersten Quartal 2009. "Vor allem der starke Produktions- und Investitionsrückgang im Maschinenbau und der chemischen Industrie in Deutschland waren für unseren Umsatzrückgang verantwortlich", sagte Wolfgang Moyses, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens aus Kirn, im Westen des Landkreises Bad Kreuznach gelegen.

Mit einem Jahresumsatz von 303,7 Mio. Euro im Jahr 2008 zählt Simona zu den typischen mittelständischen Unternehmen. An der Aktiengesellschaft sind Familien wie Rossmann (Drogeriekette) oder Bürkle (früherer Vorstandsvorsitzender von Simona) mit größeren Aktienpaketen beteiligt, aber auch die Kreissparkasse Biberach. Lediglich 15 Prozent der Anteile befinden sich im Streubesitz. Die Aktie ist im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und kostete gestern nach einem leichten Plus 292 Euro. Die Aktionäre werden, so der Vorschlag für die Hauptversammlung, mit einer Ausschüttung von 5,1 Mio. Euro bedient, entsprechend 37 Prozent des Jahresüberschusses oder 8,50 Euro je Aktie.

Simona entstand 1857 als Lederfabrik. Der Firmenname leitet sich von den Gründern Theodor und Heinrich Simon ab. Nachdem die deutsche Lederindustrie in den 1950er-Jahren in eine Strukturkrise geriet, stellte der damalige Vorstandschef Wolfgang Bürkle die Produktion auf Kunststofferzeugnisse um. 1990 erfolgte der Börsengang.

Die lange Firmengeschichte belegt, dass die aktuelle Krise nicht die erste von Simona ist, die gemeistert wurde. Die heutigen Anteilseigner bleiben daher an einer langfristigen Ausrichtung des Unternehmens interessiert.

Dabei weist der heutige Simona-Chef darauf hin, das trotz eines "nie gesehenen Einbruchs bei Auftragseingang und Umsatz im November und Dezember" 2008 insgesamt ein gutes Jahr war. Umsatz und Ergebnis vor Steuern stiegen leicht auf 303,7 Mio. Euro beziehungsweise 20,2 Mio. Euro. Die Abwertungen der Lagerbestände im siebenstelligen Bereich haben ein jedoch ein noch besseres Ergebnis verhindert. Mit einem deutlich höheren Cash-Flow aus operativer Tätigkeit auf 44,7 Mio. Euro und einer komfortablen Eigenkapitalquote von 64,4 Prozent sieht sich Simona aber immer noch in einer recht guten Situation.

Dennoch erkennt Moyses, dass sich die Risiken deutlich erhöht haben: "Ein Umsatzrückgang auf bis zu 200 Mio. Euro ist derzeit möglich." Kurzarbeit wurde bereits angemeldet, wobei auch die Schließung kleinerer Standorte nicht mehr ausgeschlossen wird. Weltweit beschäftigt Simona 1 251 Mitarbeiter.

An dem langfristigen Wachstumsziel von 500 Mio. Euro Umsatz hält Simona indes fest, auch wenn es aufgrund der Krise später erreicht werde als 2012, wie ursprünglich geplant. Nach der Fertigstellung neuer Produktionen in Tschechien und China soll nun erst einmal das Geschäft in den ehemaligen GUS-Staaten ausgebaut werden. Dabei setzt Simona in der Produktentwicklung auf die Felder Energie, Mobilität, Life Science, Umwelttechnik und Versorgung.

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