Mittelstand unter der Lupe: Viele Firmen kennen ihre Konkurrenten kaum

Mittelstand unter der Lupe
Viele Firmen kennen ihre Konkurrenten kaum

Der Konkurrent, das unbekannte Wesen? Zumindest für mittelständische Firmen gilt: Was die Konkurrenz tut, um Kunden zu gewinnen, ist nicht genau bekannt. Das ist das Ergebnis einer Studie über Competitive Intelligence, kurz CI, die Studenten der Fachhochschule Köln erstellt haben. Ihr Thema lautete „Einsatz und Erfolge von CI im deutschen Mittelstand“.

Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Fachbegriff? In der Literatur wird CI als legale Wirtschaftsspionage umschrieben, wenn das unternehmerische Handeln von Wettbewerbern erforscht wird. Themen sind unter anderem neue Technologien, Patente, Produkte und Kundenerwartungen.

Große Unternehmen machen das schon länger. Und wie es bei den Mittelständlern aussieht, wissen nun die Studenten des siebten Semesters Informationswissenschaft an der FH Köln. Mit den Ergebnissen belegten sie den ersten Platz beim Recherchewettbewerb „Request“ der Society of Competitive Intelligence Professionals, nach eigenen Angaben der bekannteste CI-Verband in Deutschland mit rund 4 000 Mitgliedern.

Vier Wochen hatten die Studierenden Zeit, das Thema zu bearbeiten. Grundlegende Informationen waren zunächst wichtig: Was tun mittelständische Unternehmen bislang, um sich über ihre Wettbewerber zu informieren? Was sind die Vor- und Nachteile der Nutzung von externen Angeboten? Was brauchen CI-Anbieter, um den Ansprüchen des Mittelstands gerecht zu werden?

Eine Erkenntnis der Studie ist, dass viele Unternehmer noch gar nicht in der Materie stecken. „Sie wissen zwar, wer ihre direkte Konkurrenz ist, aber die Hintergründe mit weiterführenden Angaben, beispielsweise zum Kundenverhalten der Konkurrenz, fehlen ihnen. Das könnten Informationen sein, die dem Unternehmen Wettbewerbsvorteile verschaffen“, beschreibt Jana Dehne, eine der Gewinnerinnen des Request-Wettbewerbs. Ein Nachteil ist jedoch, dass die existierenden CI-Angebote für Mittelständler zu teuer seien.

Informationen suchten sich die Studenten unter anderem in Datenbanken, im Internet und aus eigenen Quellen. „Leider war das gar nicht so einfach, denn Informationen zu CI sind rar gesät“, berichtet Jana Dehne. Zusammen mit ihren Kommilitoninnen hatte sie unter anderem die so genannte Markus-Datenbank (Marktuntersuchungen) ausgewertet. Dort sind viele deutsche Unternehmen unterschiedlicher Branchen aufgelistet. Die Projektgruppe sprach mit 33 von ihnen, um sie zu ihrem Umgang mit CI zu befragen. Es stellte sich schließlich heraus: Mittelständler kennen zwar ihre Mitbewerber, aber sie bewerten und gewichten diese Informationen nicht systematisch, um Nutzen daraus zu ziehen.

Die FH Köln gehört mit 18 000 Studierenden zu den größten Fachhochschulen in Deutschland. Sie ist international ausgerichtet: Etwa 3 000 Studierende aus 93 Nationen lernen und arbeiten hier zurzeit.

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