Mittelstand
VR Leasing hofft auf die schwarze Null

Das erste Halbjahr 2010 war für die VR Leasing AG kein gutes. Sie steht mit einem Minus von 18,1 Millionen Euro deutlich schlechter da als der Wettbewerb. Rückläufige Investitionen und eine sinkende Bonität ihrer mittelständischen Klientel machen der VR Leasing noch immer zu schaffen.
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WERTHER. Das erste Halbjahr 2010 war für die VR Leasing AG kein gutes. Die „Genossen“ stehen mit einem Minus von 18,1 Millionen Euro schlechter da als der Wettbewerb. Im gesamten vergangenen Jahr hatte VR Leasing einen Verlust von 18,8 Millionen Euro zu verbuchen. Die Deutsche Leasing erwirtschaftete dagegen 2009 einen Jahresüberschuss von 32,5 Millionen Euro. Und während Martin Mudersbach, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL), in Deutschland mit einem einstelligen Plus für 2010 rechnet, hofft VR Leasing nur auf eine schwarze Null.

Das Minus in der ersten Jahreshälfte führt VR Leasing auf stichtagsbezogene Bewertungen zurück: Buchverluste durch die Bewertung der Absicherung eines 700 Millionen Euro Kredits sowie eine vorzeitig beendete Asset-Backed-Securities-Transaktion. Doch das Leasingunternehmen krankt vor allem an den Symptomen des chronisch klammen Mittelstands: einer überproportionalen Investitionszurückhaltung und Zahlungsausfällen.

Hohe Ausfallrate im ersten Halbjahr

„Noch im Frühjahr erreichten uns auf Grund der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise 30 bis 40 Anschreiben am Tag, weil die Absender ihre Leasingraten nicht mehr bedienen konnten“, berichtet Reinhard Gödel, Vorstandsvorsitzender der VR Leasing. Etwa fünf Prozent – rund 3.000 VR-Kunden – waren im ersten Halbjahr 2010 zahlungsunfähig. Für das zweite Halbjahr sei die Risikoquote aber rückläufig.

Auf rund 200 Millionen Euro summierten sich die Ausfälle bisher. Die Leasingrückläufer füllten die Lager und verloren stetig an Wert, da sich krisenbedingt kaum Käufer fanden. „Der Verlust für die VR Leasing betrug 100 Millionen Euro, da die Leasingobjekte in einem rückläufigen Investitionsmarkt teilweise für die Hälfte ihres Wertes verkauft werden mussten“, so Gödel. Die Wiedervermarktung sei eine „Herausforderung“.

Bracheninsider zeigen sich kaum überrascht. Sie führen die hohe Schadenquote bei VR Leasing auf deren Kundenstruktur, „preisaggressives Verhalten und riskante Geschäfte in den Vorjahren“ zurück. Der Leasinganbieter habe im Inland teils mit Margen unter einem Prozent kalkuliert. Gestützt würden diese Geschäfte durch die Margen im Ausland, die bei nahezu gleichem Risiko generell rund 40 Prozent höher sind. VR Leasing selbst gibt die Nettomarge im Inland mit unter drei und im Ausland mit gut fünf bis sechs Prozent des Objektwertes an. Einnahmen, die nach dem Einbruch der Märkte in Mittel- und Osteuropa fehlten. 2009 war das Neugeschäft im Ausland von 2,31 auf 1,25 Milliarden Euro zurückgegangen.

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