Mittelstandsfinanzierung
Cognetas kritisiert hohe Preise bei Übernahmen

Die Beteiligungsgesellschaft Cognetas beklagt die Preistreiberei bei den Übernahmen der vergangenen Monate. Weil Investoren die Unternehmen in ihren Portfolios kaum noch entschulden, sei ein überhöhter Preis oder eine starke Steigerung des operativen Gewinns die einzige Möglichkeit zur Wersteigerung. Cognetas selbst bevorzugt eine andere Strategie.

FRANKFURT. „Die relativ hohen Fremdfinanzierungen, die derzeit angeboten werden, beobachten wir mit einer gewissen Sorge. Das betrifft auch die mittelgroßen Deals“, sagt Deutschland-Chef Michael Boltz dem Handelsblatt. Bei vielen Finanzierungen finde praktisch keine Tilgung mehr statt, man bediene nur noch die Zinsen. Eine Entschuldung der Unternehmen in den Portfolios sei nicht geplant. Zur Wertsteigerung verbleibe damit nur noch der Verkauf deutlich über dem Einstandspreis oder eine starke Steigerung des operativen Gewinns. Cognetas setze auf eine andere Strategie und bleibe bei konservativen Finanzierungen. Transaktionen, bei denen nur 20 Prozent Eigenkapital zum Einsatz kämen, wären Beteiligungsmanager Boltz nicht recht.

Cognetas gehört zu einer Reihe von Private-Equity-Häusern, die auf Mittelständler spezialisiert sind. Sie kaufen etablierte Firmen, bauen sie um und investieren in die Marke oder neue Märkte. Nach drei bis sieben Jahren sollen die Unternehmen dann zu einem höheren Preise weiterverkauft werden. Der Beteiligungsspezialist CAM Private Equity hat allerdings beobachtet, das so genannte „Quick Flipps“ zugenommen haben, bei denen die Haltedauer deutlich niedriger liegt. Hauptgründe seien das Kaufinteresse anderer Finanzinvestoren und das gute Börsenklima.

Auch Cognetas will die Gunst der Stunde nutzen und ein bekanntes Unternehmen an die Börse bringen, das aber auch schon seit 2003 im Besitz des Finanzinvestors ist. „Die Werbeagentur Scholz & Friends hat ihren Ertrag mehr als verdoppelt, sie wächst auch über Zukäufe. Es konnte durch eine konservative Refinanzierung schon das 1,7-fache des ursprünglichen Kapitaleinsatzes erzielt werden. Hier kann ich mir einen Börsengang vorstellen“, verrät Cognetas-Manager Boltz.

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