Mittelstandsfinanzierung
Hybridkapitalgeber suchen Investoren

Finanzanbieter sehen in der Kreditkrise ihre Chance, maßgeschneidertes Hybridkapital an Unternehmen zu vergeben. So will die niederländische Investmentbank NIBC im zweiten Halbjahr einen Fonds für individuelles Mezzanine – einer Mischung aus Eigen- und Fremdkapital – aufsetzen. Andere Anbieter stehen schon in den Startlöchern.

FRANKFURT. Das Volumen des Fonds stehe noch nicht fest, sagte Franz Plesser, Co-Head der NIBC in Deutschland. Er rechne aber mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Auch die Starnberger Buchanan-Gruppe steht wieder in den Startlöchern. „Für den ’Deutschen Mittelstandsfonds’ peilen wir anfangs ein Volumen von 20 bis 40 Mill. Euro an, in den Folgejahren wollen wir bei den Investoren etwa 60 bis 80 Mill. Euro einsammeln. Am Ende sehen wir ein Volumen von bis zu 400 Mill. Euro“, sagt Buchanan-Manager Jan von Hofacker. Aus dem Fonds würden verschiedene, nicht standardisierte Produkte entstehen, etwa Anleihen, Schuldscheine oder Hybridpapiere. Buchanan steigt bei Firmengrößen ab 30 Mill. Euro Umsatz ein. „Wir sprechen Familienunternehmen an, die Eigenkapitalquoten von 30 bis 40 Prozent anstreben“, ergänzt von Hofacker.

„Wir glauben, jetzt, wo die Banken mit der Vergabe von Krediten kritischer sind, wird maßgeschneidertes Mezzanine stark nachgefragt“, sagte Plesser von NIBC. Dabei profitiere individuell vergebenes Mezzanine auch davon, dass Standard-Mezzanine derzeit schwer am Kapitalmarkt zu platzieren sei. Als größte Anbieter von günstigerem standardisiert vergebenem Mischkapital wollen HSBC und die Capital Efficiency Group bis zum Sommer am Verbriefungsmarkt bis zu 250 Mill. Euro einsammeln.

NIBC vergibt derzeit bereits individuelles Hybridkapital auf das eigene Buch. Mit dem über den Fonds eingesammelten Geld sollen aber nur neue Finanzierungen getätigt werden. Der Fonds soll ähnlich wie die beiden bisherigen je 300 Mill. Euro großen Private-Equity-Fonds von NIBC nicht am Kapitalmarkt platziert, sondern privat bei institutionellen Investoren untergebracht werden. NIBC war 2007 vor allem durch Probleme mit Subprime-Papieren und dem geplatzten Verkauf an die isländische Kaupthing Bank bekannt geworden. Nach der Abspaltung der Problempapiere und einer Kapitalerhöhung über 400 Mill. Euro sieht Plesser die Bank gut gerüstet für die kommenden Jahre. bas/pk/rob

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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