Mittelstandspanel
Mittelstand schaut entspannter auf Griechenland

Das neue Mittelstandspanel von BDI und PWC zeigt: Es geht den Unternehmen gut. Doch sie kritisieren noch deutlicher die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Beim Thema Energiewende fühlen sie sich allein gelassen.
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DüsseldorfNach der Marathon-Nacht von Brüssel scheint die Gefahr eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone gebannt. Dabei offenbart sich immer mehr, dass nicht ein möglicher Grexit, sondern vielmehr der Euro an sich zum Unsicherheitsfaktor für die Unternehmen wird. Das bestätigt auch das aktuelle Mittelstandspanel, dass das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) gemeinsam mit TNS Emnid im Auftrag des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI) und der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC erhoben hat und das dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. 914 Unternehmen wurden befragt.

Fast 60 Prozent der Unternehmen sehen die Schuldenkrise in Europa als zentralen Risikofaktor, das sind mehr als fünf Prozentpunkte mehr als bei der letzten Erhebung im Herbst 2014. Noch deutlicher ist die Sorge über die europäische Zinspolitik angestiegen. Um fast 15 Prozentpunkte ist dieser Risikofaktor auf fast 40 Prozent geklettert. Auch das Thema Wechselkurse, dass die meisten Mittelständler lange kaum beschäftigte, weil sie vor allem in die Euro-Zone exportieren, zeigt mit fast 18 Prozentpunkten mehr als deutlich nach oben.

Konkret befragt nach einem Auseinanderfallen der Euro-Zone sehen heute etwas weniger als ein Drittel der Unternehmen negative Auswirkungen auf ihr eigenes Geschäft. 2011 waren es deutlich mehr, genau die Hälfte. Heute sehen etwas mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen keine Auswirkungen auf ihr eigenes Geschäft.

Der neue Vorsitzende des BDI-Mittelstandsausschusses, Hans-Toni Junius, erklärt, dass die laut Mittelstandspanel rückläufige Sorge über den Zerfall der Euro-Zone damit zusammenhänge, dass die Struktur der Euro-Zone in den vergangenen Jahren deutlich stabilisiert wurde. „Das haben die Unternehmen registriert. Klar ist aber: Das griechische Drama wirkt unkalkulierbar auf die Länder der Euro-Zone, die Finanzmärkte und die Konjunkturerwartungen in Europa.“ Junius ist geschäftsführender Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung des 1829 gegründeten Stahlwalzunternehmens CD Wälzholz in Hagen.

jeweils zwei Erhebungen pro Jahr; Quelle: Institut für Mittelstandsforschung

Zum dritten Mal in Folge sind die Mittelständler aber unzufrieden mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, außerdem sehen sie keine Besserung in der Zukunft. Junius erklärt, dass die aus Sicht der Mittelständer negativen Auswirkungen der Regierungspolitik durch Mindestlohn und Rente mit 63 „ langsam sichtbar“ und die Unternehmen verunsichern würden. „Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück. Das sieht man auch in der Umfrage, es gibt eine Zurückhaltung, die auch die Digitalisierung betrifft. Die Unternehmer würden mehr investieren, wenn das Zutrauen in die Politik größer wäre.“

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„Wenn der Euro stärker wird, werden die Schwierigkeiten deutlicher“

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  • Sehr geehrte Frau Müller,
    entweder irre ich mich und bin am heutigen Montag noch nicht ganz fit oder Sie haben im ersten Abschnitt unter der ersten Statistik ("Konkret befragt nach...") die Jahreszahlen etwas durcheinander gebracht. Fall ich mich irre, bitte um Aufklärung.
    Vielen Dank

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