Mittelstandsstudie
Die planlosen Exportweltmeister

Deutschland exportiert sich aus der Krise. Dank eines sehr guten Außenhandelsgeschäfts läuft die Wirtschaft zur Höchstform auf. Aber der Erfolg ist trügerisch. Denn vor allem der Mittelstand ist zwar längst im Ausland aktiv, agiert aber oft eher planlos. Hinter der Fassade des "Exportweltmeisters" schlummert eine Reihe von Problemen, wie eine neue Studie zeigt, die Handelsblatt Online exklusiv vorliegt.
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DÜSSELDORF. Krise, welche Krise? Dank der hohen Nachfrage aus dem Ausland hat die deutsche Wirtschaft nach dem schwierigen vergangenen Jahr eine rasante Aufholjagd gestartet. Deutschland macht seinem Namen wieder alle Ehre: Exportweltmeister. Mag China die Deutschen mittlerweile auch entthront haben, das Label bleibt. Wenn das schöne Selbstbildnis der deutschen Wirtschaft denn so stimmen würde. Denn: „Der Titel des Exportweltmeisters wird nur von wenigen Leuchtturmunternehmen getragen“, wie Sebastian Theopold, Geschäftsführer der auf mittelständische Unternehmen spezialisierten Beratungsgesellschaft Munich Strategy Group (MSG), sagt.

Die Boschs, Henkels und Boehringers unter den deutschen Familienunternehmen sind längst strategisch geplant auf allen Weltmärkten präsent. Mit eigenem Vertrieb, in der Regel auch mit einer eigenen Produktion oder gar Forschung und Entwicklung. Das sieht bei dem Gros der Mittelständler allerdings etwas anders aus, wie eine neue Mittelstands-Studie von MSG zeigt, die Handelsblatt Online exklusiv vorliegt.

Die Berater haben 300 Geschäftsführer befragt und ihre Datenbank mit mehr als 1000 Unternehmen mit im Schnitt 114 Millionen Euro Umsatz im Jahr ausgewertet. Das Ergebnis: „Teile des Mittelstands sind reif für die Internationalisierung, andere Unternehmen sind hingegen nicht in der Lage, davon zu profitieren“, sagt Theopold. In Zahlen: 40 bis 50 Prozent der erfassten Unternehmen erzielen deutlich weniger als ein Drittel ihres Umsatzes im Ausland. Geschäft außerhalb Deutschlands ja, Exportweltmeister eher nein.

Das liegt vor allem daran, dass viele Unternehmen das Thema Internationalisierung eher vorsichtig, nämlich über den Vertrieb angehen. So geben 88,1 Prozent der Befragten an, dass sie ihr Auslandsgeschäft über Exporte abwickeln. Gründe: geringer Kapitaleinsatz und ein niedriges Risiko. Folgerichtig bleibt Deutschland für den deutschen Mittelstand weiter der wichtigste Produktionsstandort. Globalisierung hin oder her. 43 Prozent der befragten Unternehmer produzieren ausschließlich in der Heimat. Für die Experten von Munich Strategy spricht dies zum einen für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und vor allem gegen die These, dass Produktionsstätten in Billiglohnländer verlagert werden.

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  • Es ist scheinbar beim Autor noch nicht angekommen, daß China "Exportweltmeister" ist, deshalb noch einmal der hinweis. im übrigen ist das Exportweltmeister-Gewäsch dermaßen stupid, daß es schon wehtut.

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