Mobilfunk: Schneller, komfortabler, günstiger

Mobilfunk
Schneller, komfortabler, günstiger

Die nächste Generation des Mobilfunks und neue Geräte versprechen faszinierende Möglichkeiten für Geschäftsanwender. Die neue Technik soll das mobile Surfen ähnlich schnell machen wie das Internet über das Festnetz. Was die Geräte der Zukunft leisten können.
  • 0

Eine Videokonferenz per Smartphone oder Notebook im fahrenden Zug? Was die Mobilfunktechnik heute noch vor arge Probleme stellt, wird sehr bald Realität sein. Möglich machen soll es die Funktechnik Long Term Evolution (LTE), sozusagen der Nachfolger von UMTS. Voraussichtlich ab dem kommenden Jahr wird die Mobilfunkbranche damit beginnen, LTE einzuführen. Wie vor einigen Jahren UMTS gilt LTE, auch Next Generation Mobile Network (NGMN) oder Super 3G genannt, in der Mobilfunkbranche als kleine Revolution. Die Technik wird Anwendungen für Smartphones & Co nutzbar machen, die bisher nur schnelle Festnetzverbindungen wie DSL zuließen. Denn in puncto Geschwindigkeit übertrifft LTE alle bisherigen Techniken um Längen. In Tests erreichten LTE-Verbindungen Übertragungsraten von 250 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) - etwa 30-mal mehr als UMTS schafft.

Unter Realbedingungen dürfte LTE für den einzelnen Kunden zwar wesentlich langsamer sein, denn die Mobilfunkunternehmen werden mehr Nutzer gleichzeitig auf die Verbindungen schalten. Doch auch das wird Geschwindigkeiten erlauben, die bisher nur über das Festnetz oder teuer zu haben sind. Das Erfreuliche: Im Vergleich etwa zu UMTS werden die LTE-Verbindungspreise aller Voraussicht nach niedriger ausfallen. Ein Grund hierfür ist mit dem Aufschalten vieler Nutzer auf dieselben Frequenzen bereits genannt. Ein weiterer ist, dass es für die Branche vergleichsweise kostengünstig ist, die LTE-Technik zu entwickeln und die Netze aufzurüsten. Denn LTE setzt auf UMTS auf.

Zudem wird LTE mehr Funkfrequenzen nutzen als UMTS, demnach lässt sich mehr Wettbewerb erwarten. Und nicht zuletzt werden die Unternehmen der Branche die LTE-Lizenzen weit günstiger erhalten als die UMTS-Pendants. Anfang des kommenden Jahres will die zuständige Bundesnetzagentur die entsprechenden Funk-Lizenzen versteigern. Einen vergleichbaren - und für die Branche ruinösen - Bieterwettbewerb wie bei UMTS erwarte man nicht, so die Behörde.

LTE macht Internet mobiler

Zwar ist keine neue Killer-Applikation in Sicht, doch werden die hohen Geschwindigkeiten von LTE Internet-Anwendungen auf mobilen Gerätschaften nutzbar machen. Im Gegensatz zu GSM und UMTS ist LTE nicht in erster Linie für das Übertragen von Sprache konzipiert, sondern für das Übertragen von Daten. Das Internet und die Mobilfunkwelt nähern sich weiter an.

Entsprechend wird LTE etwa die mobile Internettelefonie (mVoIP) ermöglichen, zudem kann man von unterwegs schneller und umfassender als bisher auf Datenbestände im Unternehmen zugreifen und selbst im fahrenden Zug könnte man an Videokonferenzen teilnehmen - oder auch im fahrenden Auto, vorausgesetzt, man wird gefahren.

Mit LTE kommen sich Computer- und Mobilfunkwelt jedoch nicht nur in Sachen Anwendungen näher. Grundsätzlich ließe sich jedes Gerät über ein externes Modem LTE-fähig machen. Selbst stationäre Server und PCs könnten statt über ein kabelgebundenes Netzwerk per LTE Daten austauschen. Man schiebt einfach eine SIM-Karte in das Modem - fertig.

Ein weiterer wichtiger Punkt: LTE soll es weltweit geben. Gleichgültig, ob man gerade in Europa ist oder in die USA oder nach Japan jettet - kommuniziert wird über LTE. Vorbei sind damit die Zeiten, in denen man sich als Kunde mit den kryptischen Abkürzungen der Mobilfunkwelt auseinander setzen musste. Denn mit einer weltweit verfügbaren breitbandigen Mobilfunkverbindung treten die Leistungsfähigkeit und Verfügbarkeit unterschiedlicher Funk-Techniken in den Hintergrund.

Seite 1:

Schneller, komfortabler, günstiger

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Mobilfunk: Schneller, komfortabler, günstiger"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%