Modehersteller
Russland bremst Bugatti aus

Mit Business-Kleidung für Männer ist Bugatti groß geworden. Für den westfälischen Modehersteller ging es bisher steil bergauf. Nun muss Firmenchef Brinkmann aber Alternativen für das einbrechende Russland-Geschäft suchen.
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DüsseldorfBugatti – wer den Namen hört, denkt an millionenschwere Sportwagen aus der italienischen Edelschmiede. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Bugatti heißt auch eine Modeholding aus Herford. Der frühere Marketingchef des Familienunternehmens fand den Namen vor vielen Jahren in einem Mailänder Telefonbuch. In Italien darf das westfälische Unternehmen darf den prominenten Namen denn auch erst verwenden, seit die Marke Bugatti zum VW-Konzern gehört.

Aus dem ehemals kleinen westfälischen Textilunternehmen ist längst eine mittelständische Modeholding geworden, zu der neben Bugatti noch Marken wie Eduard Dressler und Wilvorst gehören. Im vergangenen Jahr schaffte es das Familienunternehmen, den Umsatz um 3,5 Prozent auf 220 Millionen zu steigern.

„Unsere Umsatzrendite lag über dem Durchschnitt der Textilbranche in Deutschland“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Klaus Brinkmann im Düsseldorfer Showroom von Bugatti. Genaue Zahlen nennt der Familienunternehmer traditionell nicht. Im laufenden Jahr sieht es jedoch weniger rosig aus. „Wir sind zufrieden, wenn wir unseren Umsatz halten können“, macht sich Brinkmann nichts vor. Auch bei der Umsatzrendite gibt er sich bescheiden. „Das laufende Jahr wird deutlich anstrengender.“

Vielen deutschen Konkurrenten geht es nicht besser - im Gegenteil: Die Ahlers-Gruppe aus Herford mit den Marken Baldessarini, Pierre Cardin und Otto Kern warnte vor kurzem, dass „die Ergebnisse im Jahr 2014/15 deutlich stärker zurückgehen als ursprünglich erwartet“. Auch der Konkurrent Gerry Weber aus Halle/Westfalen musste seine Umsatz- und Gewinnziele für dieses Jahr bereits zurücknehmen.

Denn nach einem zu warmem Winter in Deutschland lief das Geschäft schlecht an. Außerdem drückten viele Rabattaktionen die Renditen. Außerdem belasten die Wirtschaftskrise in der Ukraine und Russland das Geschäft. Stella Ahlers, Vorstandschefin der Ahlers-Gruppe, erwartet, dass die Verkäufe deshalb mindestens um 25 Prozent bzw. vier Millionen Euro zurückgehen“.

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Risiko im Vertrieb wird gering gehalten

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