Modellbahnhersteller
Märklin steht vor einem Scherbenhaufen

Michael Pluta, der Insolvenzverwalter des Modellbahnherstellers Märklin, muss fast zwei Jahre nach seinem Antritt beim Göppinger Traditionsunternehmen eine ernüchternde Bilanz ziehen: Märklin, die vermeintliche Perle des deutschen Mittelstands, ist unverkäuflich.
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DÜSSELDORF. Michael Pluta, der Insolvenzverwalter des Modellbahnherstellers Märklin, muss fast zwei Jahre nach seinem Antritt bei dem Traditionsunternehmen eine ernüchternde Bilanz ziehen: Die vermeintliche Perle des deutschen Mittelstands ist unverkäuflich. „Sämtliche Bemühungen, im Rahmen einer übertragenden Sanierung einen Investor zu finden, brachten bisher keinen Erfolg“, schreibt Pluta in seinem Insolvenzplan, der dem Handelsblatt vorliegt. Schlimmer noch: Plutas Strategie, Märklin wegen eines fehlenden Käufers einfach weiter in der Insolvenz zu belassen, scheint dem Unternehmen zu schaden.

„Viele Geschäftspartner halten, so lange die aus deren Sicht insolvenzbedingt unklare Lage andauert, die Investitionen für die Marke Märklin zurück“, heißt es im Insolvenzplan. Märklin müsse deshalb „Umsatzeinbußen in nicht unerheblichem Umfange hinnehmen“. Pluta will den Insolvenzplan am Dienstag den Gläubigern vorlegen. Gestern wollte er sich zu dem Inhalt nicht äußern.

Das Erstaunliche an Plutas Bilanz ist, dass er damit seinen eigenen Aussagen in der Öffentlichkeit widerspricht. Schon wenige Tage nach Annahme des Märklin-Jobs verkündete sein Büro: „Wir haben Berge von Anfragen.“ Im März 2009 erzählte Pluta, es hätten sich 110 Interessenten gemeldet, rund ein Dutzend brächten die richtigen Voraussetzungen mit. Die Verhandlungen sollten bis Sommer abgeschlossen werden.

Doch der Sommer kam und ging, und Märklin steckt immer noch in der Insolvenz. Während Plutas Konkurrent Volker Grub dem Unterwäsche-Hersteller Schiesser mit Wolfgang Joop erst einen Käufer besorgte und dann sogar die Voraussetzungen für einen Börsengang schaffte, steckte Märklin fest.

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  • Wieso greift da der Mappus nicht zu? So ein Schnäpple für läppische 60 Millionen (eigentlich sind's ja 120 Mio DM!), unser zukünftiger VEb Märklin. Oder läßt sich damit die heimische Vetternwirtschaft nicht so passend voran bringen wie mit dem unnötigen und überteuerten Rückkauf von EnbW-Aktienpaketen?

    Ay Märklin, ich hoffe, Eure Weichen werden bald korrekt gestellt!

  • ich entsinne mich an Artikel, dass Märklin in der sogenannten Relaunch - Phase an Yuppies als "Gutachter" zig-Millionen zahlen musste. Diese Gutachter/n waren keinen Schuss Pulver wert, wie sich herausstellte . Das Geld aber war weg. Das war Substanzverzehr, von dem man sich kaum erholen kann. Heuschrecken - brauch eben.

  • Die Private-Equity-Gesellschaft "Kingsbridge" ist ebenso wohl bekannt wie die beartungsfirma "Alix". Man könnte als Variable auch KKR und McKinsey einsetzen. Gemeinsam ist diesen Herrschaften, daß sie insbesondere von Technik keine Ahnung haben und schnelle Kasse machen wollen, indem den Firmen horrende Schulden aufgedrückt werden ("leveragen") und ein "Konzept" erarbeitet wird, dessen Folge meist in einen Rausschmiß der fähigsten Leute mündet und damit Know how-Verlust bedeutet. Warum? Die müßten doch an den besten interessiert sein, fragt sich der Naive. Erstens sind sie nur an kurzfristigen Engagements interessiert ("nach uns die Sintflut"), sie wollen keinerlei Widerspruch (die Fähigsten sind natürlich auch am renitentesten) und sie brauchen ja nur "financial engineers", weil es gilt, den nächsten Käufer zu bescheißen. Diese Herrschaften kommen aus U.K. oder USA und versuchen seit geraumer Zeit sich über deutsche Firmen herzumachen, da sie zu Hause keine Opfer mehr finden. Die industrie ist dort meist schon mausetot. Müntefering hatte absolut Recht. Märklin ist auch so ein Opfer!

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