Moderne Lagerung
Mehrzweckhallen haben Zukunft

Eine moderne Lagerhalle muss die Ansprüche der verschiedensten Kunden erfüllen. Betreiber und Entwickler von Logistikimmobilien schwören darum auf flexibles Gebäudedesign. Im Handelsblatt verraten die Experten, wie eine moderne Lagerhalle aussehen muss.

DÜSSELDORF. Das neue Logistikzentrum des Kontraktlogistikers Fiege in Neuss hat es in sich. Auf einem Areal von 16 Hektar hat Fiege Lager- und Logistikflächen von mehr als 80 000 Quadratmetern gebaut und zusammen mit dem Joint-Venture-Partner Vaillant rund 80 Mio. Euro investiert. Mehr als die Hälfte der Fläche steht Vaillant für das Lagern von Heiz- und Klimatechnik zur Verfügung, in einem zweiten Hallentrakt kümmert sich Fiege um den Warenfluss der Hightech-Firma Imation. Gespräche über die Nutzung der restlichen Lager- und Kommissionierbereiche laufen noch. Die Immobilie ist damit ein Paradebeispiel für so genannte Multi-User-Center, die den speziellen Bedürfnissen unterschiedlicher Kunden gleichzeitig gerecht werden sollen.

Damit steigen jedoch die Ansprüche an die Immobilie. "Moderne Logistikimmobilien müssen sich den Anforderungen der Betreiber anpassen", sagt Martin Schachner-Blume, Berater beim Frankfurter Immobilienunternehmen Dr. Lübke. So sollen Nutzer die Möglichkeit haben, möglichst problemlos komplexe und eingespielte Logistiksysteme in die Infrastruktur zu integrieren. Bauplaner und Architekten entwickeln deshalb verstärkt flexible Lagerhäuser - damit der Betreiber je nach Verwendungszweck Bauelemente hinzufügen oder abbauen, Lagerflächen erweitern oder reduzieren kann. Schon mit der ersten Skizze muss der Eigentümer mögliche zukünftige Veränderungen einplanen. Schließlich sollen die Gebäude auch in schnelllebigen Zeiten rund 40 Jahre ihre Funktion erfüllen.

Flexible Gebäude verursachen dabei gerade einmal Mehrkosten von drei bis fünf Prozent, schätzt Schachner-Blume. Herkömmliche Lagerhäuser, in denen etwa automatisierte Hochregale fest im Gebäude verankert sind, verursachen dagegen Kosten, wenn die Betreiber ihre Nutzung ändern wollen. Benötigt der Logistiker die Regale nicht mehr, kann er die Immobilie schließlich nur schwer oder gar nicht umrüsten.

Experten empfehlen für die Planung folgende Grundregeln: Die Deckenhöhe sollte etwa acht Meter betragen, auch wenn viele Betreiber ihre Waren auf dem Boden lagern. Vorsorglich sollte der Boden Belastungen von mehr als fünf Tonnen pro Quadratmeter aushalten, um etwa Stahlrollen lagern zu können. "Investoren sollten darauf achten, dass die Immobilien für vielfältige Anwendungen geeignet ist", sagt Schachner-Blume. In der Fachsprache der Investoren heißt das "Drittverwendungsfähigkeit".

Besonders größere Unternehmen gehen seit Jahren dazu über, ihre Logistikimmobilien zu mieten statt zu kaufen. Die Mietverträge laufen dabei nur über wenige Jahre. Zieht ein Mieter aus, muss der Eigentümer die Immobilie für den nächsten anpassen können: Indem er etwa Zwischenwände oder Teile der Fassade je nach Bedarf einrichtet oder entfernt.

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