Moderne Lagerung
Wie von Geisterhand

Riesige Regale, Ein- und Auslagerung auf Knopfdruck - moderne Lagersysteme stoßen in eine neue Dimension vor. Lagerhersteller locken Kunden mit Innovationenen, die erst durch moderne IT Ermöglicht werden. Insbesondere Behältersysteme sind gefragt, weil sie auch kleine Mengen schnell transportieren können.

MAINZ. 45 Meter – so hoch wie ein Hochhaus mit zehn Stockwerken: Das ist die Höhe eines modernen Hochregallagers. Die Regalbediengeräte, die Waren ein- und aussortieren, fahren mit bis zu 210 Metern pro Minute an den Regalen hoch und hinunter. Die Gassen zwischen den Regalen sind bis zu 150 Meter lang. Die Waren, meist tausende Paletten oder Behälter, liegen hintereinander. Trotzdem kommen die Bediengeräte an sie heran. Menschen gibt es hier kaum noch. Sie übernehmen nur die Steuerung am Computer und den Kommissionierplätzen.

Die Dimensionen moderner Regalsysteme waren noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar – ebenso wie die Möglichkeiten, Regale je nach individuellem Bedürfnis zusammenzustellen. Trotz der vielen Innovationen tüfteln Intralogistikanbieter weiter an noch effizienteren, schnelleren und sichereren Lager-, Kommissionier- und Steuerungssystemen. „Unternehmen müssen die Effizienz steigern und optimieren deshalb immer wieder ihre Intralogistik“, sagt Stefan Seidl, Geschäftsführer der Mlog Logistics GmbH in Heilbronn. Sein Unternehmen plant seit über 40 Jahren automatische Hochregallager und Materialflusssysteme.

Moderne Lagersysteme sparen Platz und sind zudem je nach Automatisierungsgrad von Lagerarbeitern unabhängig. Das Ein- und Auslagern der Ware funktioniert auf Knopfdruck. Über Rollen, Ketten, Schienen oder per Elektrohängebahn gelangen die Produkte zu den Regalen. Dort nehmen Bediengeräte sie auf und entschwinden hoch in die Regalebene, genau zu dem Punkt, an den der Materialflussrechner sie lotst. Lichtschranken und Lasersensoren erkennen währenddessen, ob die richtige Palette auf dem Weg ist.

Doch selbst die neuesten Systeme haben Grenzen: „Nur bei einem kleinen Warensortiment ist es sinnvoll, die Waren über- und hintereinander zu lagern“, sagt Regalhersteller Seidl. Denn nur dann könnten Gabelstapler oder Regalbediengeräte effizient und schnell zugreifen.

Die dynamische Lagerung, bei der die Regale bei Warenentnahmen horizontal und vertikal rotieren, lohnt sich hingegen eher für Kleinteile wie Schrauben. „Rotierende Karussells, die die Ware transportieren, schaffen bis zu 1 200 Entnahmen aus dem Lager pro Stunde“, erklärt Detlef Spee vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML).

Die Zukunft der Intralogistik sieht er in Lagersystemen mit Behältern, in denen die Ware liegt. „Dieser Bereich wächst überproportional stark“, sagt Spee. Der Grund: Kunden bestellen immer weniger pro Auftrag, die Zahl der Bestellungen dagegen steigt. Der Warenumschlag im Lager wachse deshalb schnell. Darauf sind Logistiker mit Behälter-Systemen gut vorbereitet: Sie können kleine Mengen besonders schnell transportieren. „Solche Systeme sind die erfolgreichsten Innovationen der vergangenen Jahre“, sagt Spee vom IML.

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