Modernisierungskurs
Ägyptens Bedarf an Maschinen steigt

Die ägyptische Regierung treibt die Modernisierung des Landes voran. Mit der Vergabe einer dritten Mobilfunklizenz und der anstehenden Privatisierung der Bank of Alexandria werden in zwei Schlüsselbranchen wichtige Signale gesetzt. Zu den Zukunftssparten gehören vor allem der Flüssiggassektor und der Tourismus. Schwerpunkt der deutschen Ausfuhren bleibt aber der Maschinenbau.

bfai /KAIRO/KÖLN. Die positive wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2006 bestätigt den neuen mittelfristigen Wachstumszyklus. Die Prognosen bis zum Zeithorizont 2010 gehen von durchschnittlichen Zuwachsraten des Bruttoinlandsproduktes von 5 bis 6% im Jahr aus. Auch das Geschäftsklima für ausländische Unternehmen verbessert sich zusehends.

Das Land öffnet sich gegenüber der Weltwirtschaft, die ausländischen Direktinvestitionen steigen rasant. Von 0,2 Mrd. US$ im Jahr 2003 auf 2,2 Mrd. US$ in 2004 und 5,4 Mrd. US$ in 2005. Für deutsche Produkte ist Ägypten der drittwichtigste Liefermarkt in der arabischen Welt.

Während die Erdöl-Förderung unterhalb der Grenze von 700.000 bpd verharrt, ist bei der Erdgas-Förderung mit der Eröffnung des Flüssiggas-Geschäfts (LNG) ein starker Zuwachs zu verzeichnen: Im März 2006 wurden 3,5 Mill. t Erdgas gefördert, ein Zuwachs von 50% im Vergleich zum Vorjahr. Dementsprechend stiegen die Exporterlöse für Energieträger im Jahr 2005 auf fast 5,5 Mrd. US$.

Der Ausbau der LNG-Kapazitäten des Landes an der Nordküste wird vorangetrieben; die Exportleistung soll dadurch vervielfacht werden. Mit rund 1700 Mrd. cbm nachgewiesenen Erdgasreserven, weitere 600 Mrd. cbm werden vermutet, hält Ägypten zwar nur einen sehr kleinen Anteil am weltweiten Vorkommen, doch sichert die geographische Nähe zu Europa und der fortgeschrittene Ausbau der Kapazitäten dem Land eine wachsende Rolle im LNG-Markt.

Schwerpunkt der deutschen Ausfuhren nach Ägypten ist der mit zweistelligen Raten zunehmende Bedarf an Maschinen und Ausrüstungen. Die aufstrebende Konjunktur für den Absatz von Maschinen wird sich auch 2006 und 2007 fortsetzen. Das Land ist mangels einer ausreichenden lokalen Produktion zu etwa 90% von Bezügen aus dem Ausland abhängig.

Exportchancen bestehen bei Maschinen für die Verarbeitung von Nahrungsmitteln, Verpackungen, Kunststoffen sowie Textilien. Der Abbau des Zollschutzes hat zu einem starken Schub bei den Importen von neuen Kfz und Bausätzen (CKD) geführt. Dämpfend wirken sich die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit und die Bürokratie aus.

Das Wachstum, das der Tourismus, der über 10% der Arbeitsplätze bereitstellt, noch bis zur Jahreshälfte 2005 erlebte - die Zuwachsraten lagen über mehrere Jahre um die 30% - wurde durch die Anschläge von Sharm el-Sheikh und Dahab spürbar gebremst.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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