Musikgeschäft
Geld für den nächsten Hit

Im Musikgeschäft lässt sich der Erfolg nicht leicht berechnen. Entsprechend vorsichtig sind Banken bei der Finanzierung. Die kleinen Musikverlage wissen um die Probleme und bemühen sich häufig gar nicht erst um einen Kredit. Doch es gibt Möglichkeiten, an Geld zu kommen.

FRANKFURT. Wenn Herbert Grönemeyer seine neue CD vorlegt, ist der Platz in den Top-Ten garantiert. Doch bei den meisten anderen, weniger prominenten Künstlern ist es schwer vorherzusagen, ob es ein Song in die Charts schafft. Entsprechend halten sich die Banken im Musikgeschäft mit Krediten zurück. „In der Branche lässt sich der Erfolg nicht leicht berechnen. Wir schauen daher genau hin, ob entsprechende Erlöse erwirtschaftet werden können“, sagt Michael Nißl, Leiter Bereich Entertainment Finance bei der Sparkasse Köln-Bonn, die seit den 90er-Jahren ein eigenes Medienteam hat. Die „mangelnde Fähigkeit von Banken, die Erfolgsaussichten von Kreativunternehmen richtig einzuschätzen“ bezeichnet das Medienbarometer Berlin Brandenburg, das in Kooperation mit der Investitionsbank Berlin erhoben wurde, als „Finanzierungshindernis Nummer eins“.

Die kleinen Musikverlage wissen um die Probleme bei der Finanzierung und bemühen sich häufig gar nicht um einen Kredit. „Selten fragen Musiker oder Independent Labels bei uns eine Finanzierung nach“, so Niß, der eher Film- und Fernsehfirmen zu seinen Kunden zählt.

Wolfgang Weyand von der Investmentgesellschaft Entertainment Finanz GmbH in Frankfurt kennt das Liquiditätsproblem von Musikverlagen. „Ein Verleger verdient sein Geld hauptsächlich über Ausschüttungen der Gema.“ Die zahlt immer dann, wenn ein Lied gespielt oder vervielfältigt wird. „Da die Einnahmen sich nicht exakt kalkulieren lassen, bekommt ein Musikverleger in der Regel keinen Kredit auf anstehende Tantiemen“, so Weyand.

Zusätzlich belasten Raubkopien im Internet die Einnahmeströme. „Dort sind die Urheberrechte faktisch außer Kraft gesetzt“, berichtet Stefan Herwig, Geschäftsführer des Labels Dependent in Gelsenkirchen. Mitte 2007 wird Herwig daher das Geschäft mit physischen Veröffentlichungen ganz einstellen und sich nur noch auf das Management von Bands konzentrieren.

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