Myparfuem
Den richtigen Riecher haben

Wer individell duften will, kann auf Myparfuem.de die eigene Kreation zusammenstellen. Der unverwechselbare Duft als Visitenkarte - auf dieses Thema wurde der Gründer Matti auf einer Party aufmerksam. Mittlerweile schreibt das Unternehmen schwarze Zahlen.
  • 0

Zu Matti Niebelschütz kommt man am einfachsten der Nase nach. Die dezente Duftspur weist den Weg durch einen typischen Hinterhof in Berlin-Schöneberg, hinein ins Treppenhaus. Eigentlich würde man in dieser wenig glamourösen Umgebung kaum jemanden suchen, der sein Geld mit guten Gerüchen verdient. Dennoch: Die Duftspur führt weiter hinauf in den ersten Stock zu Niebelschütz' Firma Myparfuem - einem Unternehmen, das seinen Kunden ermöglicht, ihren eigenen Duft zu kreieren.

Der unverwechselbare Duft als Visitenkarte - auf dieses Thema wurde der Gründer auf einer Party aufmerksam. Freundinnen sprachen dort über ihre Enttäuschung, wenn sie auf der Straße "Duft-Doppelgängerinnen" antrafen. "Daraus ist ein angeregtes Gespräch darüber entstanden, ob man nicht ein eigenes Parfüm entwickeln könnte, das es nur einmal auf der Welt gibt", sagt der 23-jährige Jurastudent. Der unverwechselbare Duft setzte sich dann als fixe Idee in den Köpfen von Matti Niebelschütz, seinem 26-jährigen Bruder Yannis und dem gemeinsamen Freund Patrick Wilhelm, 23, fest. Die drei machten sich an die Umsetzung.

Doch der Anfangs-Elan des Studenten-Start-ups wurde schnell gebremst. "Parfüms zu kreieren erfordert extrem viel Know-how. Man kann sich nicht einfach in die Küche stellen und die Zutaten zusammenmischen", erklärt Niebelschütz. Das Gründertrio bekam zwar dank eigener Ersparnisse und mit Hilfe von Freunden und Bekannten den größten Teil der 40 000 Euro Startkapital zusammen, und machten sich ab Weihnachten 2007 auf die Suche nach Partnern, doch von den angefragten Duftherstellern und Branchenexperten hagelte es Absagen. Im folgenden Frühling fanden die Jungunternehmer dann doch die zwei wichtigsten Partner für Parfümproduktion und Verpackung. Bis Ende Juli waren die Lieferungen schließlich alle eingetroffen - gerade noch rechtzeitig für den Start der Internetseite Anfang August.

Ein deutscher Duftstoffhersteller griff den Gründern mit seinem großen Team an Parfümeuren bei der Herstellung unter die Arme. Seinen Namen will Niebelschütz nicht nennen, um es möglichen Nachahmern nicht zu einfach zu machen. Auch das anscheinend unlösbare Problem mit den Glasflakons - Produzenten verlangten eine Mindestabnahme von 100 000 Stück - löste sich unerwartet: Auf einer Messe lernte Niebelschütz einen österreichischen Lieferanten kennen, der Myparfuem zum Start 300 Glasfläschchen verkaufte. "Heute ordern wir bei ihm palettenweise", sagt Niebelschütz.

Seit dem Sommer wächst das Unternehmen rasant, sagt Niebelschütz. Nach nur vier Monaten habe es schwarze Zahlen geschrieben. Besonders erfolgreich sei das Weihnachtsgeschäft gewesen: Sein Team habe mehrere Hundert Parfümkreationen täglich verkauft. Auf einmal waren auch die Büroräume und das Labor im Niebelschützschen Elternhaus zu klein. Seit Dezember residiert Myparfuem nun in Berlin-Schöneberg.

Seite 1:

Den richtigen Riecher haben

Seite 2:

Kommentare zu " Myparfuem: Den richtigen Riecher haben"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%