Nach Dämpfer
Maschinenbauer erwarten bessere Geschäfte

Zuletzt musste die Maschinenbaubranche eine kleine Schlappe hinnehmen. Das soll allerdings nicht das ganze Jahr lang so gehen, die Geschäfte sollen wieder anziehen. Dennoch soll die Produktion 2012 insgesamt stagnieren.
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HannoverDie deutschen Maschinenbauer setzen nach den jüngsten Einbußen bei den Bestellungen auf bessere Geschäfte im weiteren Jahresverlauf. Spätestens zur Jahresmitte dürften die Order bei einem freundlicheren Klima wieder anziehen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VDMA, Hannes Hesse, am Montag auf der Hannover Messe. „Wir rechnen daher nur für einige wenige Monate des Jahres mit kleinen Minusraten bei der Produktion.“ Die als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltende Branche könne diese im Jahresverlauf leicht wieder ausbügeln. Er bekräftigte allerdings die Prognose, wonach die Produktion in diesem Jahr stagnieren wird. 2011 hatten die Maschinenbauer diese noch um gut zwölf Prozent auf 186,5 Milliarden Euro nach oben geschraubt.

In den vergangenen Monaten war die Nachfrage im Sog der Schuldenkrise zurückgegangen. Die Auftragseingänge lagen im Januar und Februar insgesamt elf Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Die auf die Aufträge zeitversetzt folgende Produktion kletterte hingegen in dem Zeitraum um neun Prozent.

Das Bild bei den Wettbewerbern im Ausland ist uneinheitlich. Bei den Maschinenbauern in den von der Euro-Schuldenkrise geplagten Staaten in Südeuropa rechnet der Verband mit einem Rückgang der Produktion. „Rückgänge von real vier beziehungsweise fünf Prozent sind nach jetzigem Kenntnisstand in Italien, Spanien und Portugal zu erwarten.“ In Japan, den USA und China lege die Maschinenindustrie wohl weiter zu.

Von der Dynamik außerhalb Europas wollen auch die exportabhängigen deutschen Hersteller profitieren, zu denen neben vielen Mittelständlern börsennotierte Unternehmen wie ThyssenKrupp, Siemens, Gildemeister und Gea gehören. Die Branche mit rund 950.000 Beschäftigten setzt auch in diesem Jahr vor allem auf weiter anziehende Geschäfte in China - seit 2009 der wichtigste Absatzmarkt für die deutschen Hersteller. „Ein Plus von real zwölf Prozent ist hier realistisch“, sagte Hesse.

In den vergangenen Jahren gab es allerdings Zuwachsraten von über 20 Prozent. Gefragt sind in China - dem diesjährigen Partnerland der Hannover Messe - vor allem Werkzeugmaschinen, Antriebstechnik, Druck- und Papieranlagen, Fördertechnik und Textilmaschinen. 2011 verkauften die Deutschen Maschinen im Wert von 19 Milliarden Euro nach China.

Sorge bereitet den Unternehmen die Flut von Plagiaten. „Wir schätzen den Umsatzverlust, der den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern 2011 durch Produktpiraterie entstanden ist, auf 7,9 Milliarden Euro.“ Dies habe eine Umfrage unter mehr als 400 Unternehmen ergeben. Ein Umsatz in dieser Schadenhöhe würde der Branche knapp 37.000 Arbeitsplätze sichern, erläuterte Hesse.

Für das Jahr 2009 waren die Einbußen noch auf 6,4 Milliarden Euro beziffert worden. China sei weiter als häufigstes Ursprungsland genannt worden, allerdings seltener als zuvor. Zu denken gebe der stetig wachsende Anteil von Plagiaten aus Deutschland. „Bereits mehr als ein Viertel der Unternehmen zeigt mit dem Finger auf deutsche Wettbewerber.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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