
BerlinDie deutsche Baubranche hält trotz des schwachen Starts wegen des kalten Winters an ihren Geschäftszielen für 2013 fest. Der nominale Umsatz dürfte um zwei Prozent auf 94,5 Milliarden Euro steigen, teilten die Verbände HDB und ZDB am Dienstag mit. Dies sei ehrgeizig, könne aber im Schlepptau der anziehenden Konjunktur erreicht werden. Nach drei Jahren des Jobaufbaus rechnen die Verbände damit, dass die Zahl der Beschäftigung bei 745.000 stagniert.
Der harte und lange Winter hatte im ersten Quartal deutlich mehr Baustellen lahmgelegt als üblich. "Die Lage zu Beginn des Baujahres 2013 sah alles andere als rosig aus", sagte der Präsident des mittelständischen ZDB, Hans-Hartwig Loewenstein. Die Erwartungen der Firmen für die kommenden Monate seien allerdings wieder positiver.
Bilfinger Berger - 8,21 Milliarden Euro Umsatz (Stand: 2011)
Deutschlands zweitgrößter Baukonzern schafft in Europa gerade einmal den Sprung in die Top Ten. Neben dem klassischen Baugeschäft setzen die Mannheimer auch Dienstleistungen für Industrieanlagen, Kraftwerke und Immobilien.
FCC (Spanien) - 11,76 Milliarden Euro Umsatz
Mit vollem Namen heißt der Konzern Fomento de Construcciones y Contratas und ist in Madrid beheimatet. Zum Portfolio gehört neben dem Baugeschäft auch die Entsorgung.
Balfour Beatty (Großbritannien) - 12,71 Milliarden Euro Umsatz
Bereits seit 1909 sind die Briten im Baugeschäft tätig und gehören europaweit zu den Platzhirschen. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.
Skanska (Schweden) - 13,15 Milliarden Euro Umsatz
Kaum eine Straßen, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus der Kleinstadt Solna mittlerweile breit aufgestellt.
Eiffage (Frankreich)
Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. Beheimatet sind die Franzosen in Asnières-sur-Seine.
Strabag (Österreich) - 14,33 Milliarden Euro Umsatz
Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben in den vergangenen Jahren vor allem in Osteuropa massiv expandiert. Allein im abgelaufenen Geschäftsjahr legte der Umsatz um zwei Milliarden Euro zu.
Hochtief (Deutschland) - 23,28 Milliarden Euro Umsatz
Der größte deutsche Baukonzern verpasst das Treppchen nur knapp. Das dürfte angesichts der aktuellen Lage niemanden in Essen interessieren. Der Konzern steht vor der Filetierung durch seine Anteilseigner.
ACS (Spanien) - 28,47 Milliarden Euro Umsatz
Mit Zukäufen haben die Spanier in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. An der Spitze des Konzerns steht Florentino Pérez., der auch Präsident des Fußballklubs Real Madrid ist.
Bouygues (Frankreich) - 32,71 Milliarden Euro Umsatz
Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. Auch in der Telekommunikation ist der Konzern aktiv.
Vinci (Frankreich) - 36,96 Milliarden Euro Umsatz
Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und ist in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehören unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen.
Im Wohnungsbau, der in den vergangenen Jahren für den meisten Schwung gesorgt hatte, hängt der Umsatz bisher zwar noch hinter dem Vorjahr zurück. Dank guter Auftragspolster und immer noch deutlich steigender Baugenehmigungen setzt die Branche aber darauf, in dieser Sparte den Umsatz in diesem Jahr um 3,5 Prozent zu steigern. Der Wirtschaftsbau dürfte ein Plus von einem Prozent beisteuern.
Im öffentlichen Bau erwartet die Branche wie bisher ein Umsatzplus von 1,5 Prozent. Mit Sorge blicken die Spitzenverbände der Bau-Lobby auf die Entwicklung bei den öffentlichen Bauinvestitionen: "Mit real knapp 26 Milliarden Euro fielen sie 2012 so niedrig aus wie noch nie seit der Wiedervereinigung." Der Höchststand von 1994 sei um ein Drittel unterboten worden, betonten Loewenstein und der Chef des Industrieverbands HDB, Thomas Bauer. Sie kritisierten, die seit 2005 gestiegenen Einnahmen des Staates aus Mineralölsteuer, Kfz-Steuer und LKW-Maut hätten sich nicht angemessen bei den Ausgaben der öffentlichen Hand für den Straßenverkehr niedergeschlagen.