Nach kaltem Winter
Deutsche Baubranche gibt sich ehrgeizig

Der kalte und lange Winter hat zu Jahresbeginn viele Baustellen lahmgelegt. Trotzdem soll der Umsatz in der Branche in diesem Jahr steigen. Die öffentlichen Bauinvestitionen geben allerdings Anlass zur Sorge.
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BerlinDie deutsche Baubranche hält trotz des schwachen Starts wegen des kalten Winters an ihren Geschäftszielen für 2013 fest. Der nominale Umsatz dürfte um zwei Prozent auf 94,5 Milliarden Euro steigen, teilten die Verbände HDB und ZDB am Dienstag mit. Dies sei ehrgeizig, könne aber im Schlepptau der anziehenden Konjunktur erreicht werden. Nach drei Jahren des Jobaufbaus rechnen die Verbände damit, dass die Zahl der Beschäftigung bei 745.000 stagniert.

Der harte und lange Winter hatte im ersten Quartal deutlich mehr Baustellen lahmgelegt als üblich. "Die Lage zu Beginn des Baujahres 2013 sah alles andere als rosig aus", sagte der Präsident des mittelständischen ZDB, Hans-Hartwig Loewenstein. Die Erwartungen der Firmen für die kommenden Monate seien allerdings wieder positiver.

Im Wohnungsbau, der in den vergangenen Jahren für den meisten Schwung gesorgt hatte, hängt der Umsatz bisher zwar noch hinter dem Vorjahr zurück. Dank guter Auftragspolster und immer noch deutlich steigender Baugenehmigungen setzt die Branche aber darauf, in dieser Sparte den Umsatz in diesem Jahr um 3,5 Prozent zu steigern. Der Wirtschaftsbau dürfte ein Plus von einem Prozent beisteuern.

Im öffentlichen Bau erwartet die Branche wie bisher ein Umsatzplus von 1,5 Prozent. Mit Sorge blicken die Spitzenverbände der Bau-Lobby auf die Entwicklung bei den öffentlichen Bauinvestitionen: "Mit real knapp 26 Milliarden Euro fielen sie 2012 so niedrig aus wie noch nie seit der Wiedervereinigung." Der Höchststand von 1994 sei um ein Drittel unterboten worden, betonten Loewenstein und der Chef des Industrieverbands HDB, Thomas Bauer. Sie kritisierten, die seit 2005 gestiegenen Einnahmen des Staates aus Mineralölsteuer, Kfz-Steuer und LKW-Maut hätten sich nicht angemessen bei den Ausgaben der öffentlichen Hand für den Straßenverkehr niedergeschlagen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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