Nach Streit

Familienunternehmer reichen BDI die Hand

Der Verband der Familienunternehmen möchte die Wogen glätten, die nach einem Streit mit dem BDI über den Eurokurs der Bundeskanzlerin entstanden ist. Man ist bereit, einen Schritt auf die andere Seite zuzugehen.
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Versöhner: Lutz Goebel vom Verband der Familienunternehmner. Quelle: PR

Versöhner: Lutz Goebel vom Verband der Familienunternehmner.

(Foto: PR)

BerlinIm Streit der Unternehmerverbände um den richtigen Kurs zur Euro-Rettung deutet sich Entspannung an. Die Familienunternehmer sind nach Informationen des Handelsblatts bereit, einen Schritt auf den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zuzugehen, nachdem ihre Vertreter jüngst heftige Kritik am Pro-Merkel-Kurs von Verbandspräsident Hans-Peter Keitel geübt hatten.

Besonders scharf äußerten sich im Handelsblatt Ende Juni Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen und Lutz Goebel, Präsident des Verbands „Die Familienunternehmer“. Hennerkes warf Keitel vor, dass seine Unterstützung für den Eurorettung-Kurs der Bundesregierung das Land „in den Abgrund“ führen werde. Goebel sprach vom „schlechten Stil“ beim BDI.

In einem Schreiben von Goebel an den BDI, das dem Handelsblatt vorliegt, schlägt der Chef des Familienunternehmer-Verbands jetzt mildere Töne an. Gerichtet hat Goebel den Brief an Ulrich Grillo, der zum Jahreswechsel das Amt des BDI-Präsidenten von Keitel übernehmen soll. Goebel will von einem Konflikt zwischen Familienunternehmen und Großindustrie sowie BDI in Sachen Euro-Rettung nichts mehr wissen. Er schreibt, dass entgegen der in einzelnen Medien „inszenierten Gegenüberstellung“ der BDI und „Die Familienunternehmer“ doch „in sehr vielen Fragen, auch in der Eurorettung, viel mehr Gemeinsames als Trennendes haben“.

Familienunternehmer - Empörung über Euro-Krisenmanagement

Zugleich distanziert sich Goebel von der Stiftung Familienunternehmen, die ja „nur“ 350 Unternehmer, „vorwiegend mittlerer Größe“ umfasse. Im Gegensatz zu Herrn Hennerkes, der „doch einen ziemlich lauten Stil pflegt“, versuche er, Goebel, „eher die differenzierten Töne“.

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5 Kommentare zu "Nach Streit: Familienunternehmer reichen BDI die Hand"

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  • Quelle: FAZ
    Wir spielen mit dem Feuer

    11.07.2012 · Der Verfassungsrechtler Paul Kirchhof sieht in der EU-Krise eine Krise des Rechts. Deutschland sei auf dem Weg in die Illegalität, wenn weiterhin privatwirtschaftlicher Schaden auf die Allgemeinheit abgewälzt werde: Rechtssicherheit gehe vor Finanzstabilität.aul Kirchhof sieht Deutschland bei der Bewältigung der EU-Finanzkrise in einer „Verfassungsnot“. In einem Beitrag für diese Zeitung schreibt der Heidelberger Staatsrechtler und ehemalige Bundesverfassungsrichter, die EU stecke vor allem deshalb in der Krise, weil Recht missachtet worden sei. Halte die Dynamik der europäischen Einigung in dieser Form an, dann sei zumindest Deutschland auf dem Weg in die Illegalität. Privatwirtschaftliche Verluste dürften nicht aus dem Staatshaushalt finanziert werden, Anleger dürften den Schaden ihrer Fehleinschätzung nicht auf die Allgemeinheit abwälzen: „Eine Instabilität des Rechts wiegt schwerer als eine Instabilität der Finanzen.“ Kirchhof verbindet diese Diagnose mit einer Kritik an den politischen Verfahren: Das Parlament werde zunehmend in die Rolle des Beobachters gedrängt. Deswegen müsse erst wieder Rechtssicherheit hergestellt werden, notfalls unter vorübergehendem Verzicht auf wirtschaftliches Wachstum. Falls sich die Politik weiter nur an pragmatischen Lösungen orientiere, blieben das Verfassungs- und das Vertragsrecht auf der Strecke: „Wir spielen mit dem Feuer.“

  • Was für eine ekelhafte Scheinheiligkeit und Liebedienerei.
    Würe Herr Goebel von jemandem dazu aufgefordert?

  • Diese Diziplinierung wird nichts nützen! Die Familienunternehmen lagen mit ihrer Kritik völlig richtig. Wer daran auch nur den geringsten Zweifel hegt, sollte sich mal die Zeit für den Kirchhof-Artikel (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/europas-zukunft/paul-kirchhof-zur-krise-der-eu-verfassungsnot-11817188.html) nehmen; dort ist alles gesagt.

  • Da hat das EU-Regime aber jemanden ins Gebet genommen!

  • Ich denke, KLEINE, wirklich KLEINE Betriebe, sind zumeist eben so Opfer von Hundt , Ohoven und co wie die Arbeitnehmer und die Arbeitslosen, die man hier so stigmatisiert wie in wirklich keinem anderen Land der Welt.

    Hundt, Ohoven und co aber haben die Meinungsführerschaft, sie machen es sich bequem und bringen immer mehr Unternehmer dazu, nach ihren Maximen zu handeln. Also kalte Unmenschlichkeit und Ausnutzung von Menschen bis aufs Blut.
    Unternehmer, die sich dagegen wenden -- und es gibt sicherlich noch eine gewisse Anzahl davon, es ist aber inzwichen die Minderheit, drohen, davon aufgefressen und "ersetzt" zu werden.
    Hundt oder Ohoven heissen die heimlichen "Herrscher" unseres Landes.Trittin, Merkel oder Steinbrück sind ihre Vasallen. Und viele -- nicht alle--Unternehmer ihr williges Fussvolk.

    Man kann und darf die Führungspersonen der deutschen Wirtschaft mit den grössten Unpersonen der deutschen Geschichte vergleichen.

    http://www.derneuekaemmerer.de/file_download/7/Das+Euro-Desaster.pdf

    Lesefutter. Und wenn man sich nur den folgenden Absatz durchliest und die Positionen der deutschen Wirtschaft klar macht, erkennt man, dass diese deutsche Wirtschaft für uns schlimmer ist als alle Taliban und Salafisten zusammen hoch 100.

    Man lese sich dazu mal den gesamten Abschnitt:"Der Hauptverlierer des Euro: Deutschlands Mittelschicht" durch.
    Der Autor kommt zu dem Schluss, dass unsere Löhne um 15-20% höher gelegen hätten, Familienplanung mit Kindern einfacher verlaufen wäre und unser Land demografisch und gesellschaftlich nicht derartig den Bach runter gegang

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