Nachfolge-Regelung der Brenninkmeyers: „Eine unheimlich kluge Balance“

Nachfolge-Regelung der Brenninkmeyers
„Eine unheimlich kluge Balance“

„Mettingen ist wichtig für uns, weil dort unsere Wurzeln liegen.“ Das Bekenntnis von Dominic Brenninkmeyer, Deutschland-Chef der C & A Mode & Co in Düsseldorf, wirft ein bezeichnendes Licht auf eines der bemerkenswertesten Familienunternehmen, das als niederländisch gilt, seinen Ursprung aber in Deutschland hat.

DÜSSELDORF. Von Mettingen in Westfalen, nahe Osnabrück, dem familiären Hort des Clans, waren die Patriarchen Clemens und August (C & A) Brenninkmeyer ausgezogen, um als Wanderhändler – „Tödden“ wie sie genannt wurden – in Preußen und den Niederlanden Leinen-Stoffe feilzubieten. Im niederländischen Sneek gründeten sie 1841 ihre erste Firma für Stoffe, Bettzeug und komplette Aussteuergarnituren, da die holländischen Behörden den freien Handel förderten, Preußens Beamte die westfälischen Wanderhändler dagegen restriktiv behandelten.

In Sneek legten Clemens und August den Grundstein für die 163 Jahre alte Unternehmerdynastie der Brenninkmeyers, oder „Brenninkmeijers“, wie sie sich in Niederländisch schreiben. „Die Brenninkmeyers sind heimatverbundene Cosmopoliten“, urteilt Dietrich Reinhardt, Berater bei Kap1 Consulting in Düsseldorf, der sich das Familienkonzept genauer angeschaut hat. Er schätzt, dass die verschwiegene Großfamilie inzwischen aus Hunderten von Mitgliedern besteht; in Führungspositionen sollen aber weniger als 100 sein.

„Familiengeist“ ist eines der Schlüsselworte für den Erfolg: „Beim Durchlesen der Unterlagen spürt man, dass die Pflege der Familienkultur eine überragende Rolle spielt“, so Reinhardts Eindruck. Der Berater weiß, wovon er spricht; denn er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Nachfolgeregelung und kennt die typischen Probleme: „Der konsequente Zusammenhalt in der Familie und das Pflegen familiärer Grundwerte geht Familienunternehmen heute häufig ab“.

Anders das Motto der Brenninkmeyers: „Eintracht bedeutet Macht.“ Laut Reinhardt wurde „die Stärke der Eintracht klar erkannt“. Diese Grundhaltung zeigte sich bereits bei der Firmengründung. Der Gewinn von 1000 Gulden im ersten Geschäftsjahr wurde redlich zwischen den Gründern geteilt, obwohl Clemens nur 556 Gulden und August das Fünffache in die Firma gesteckt hatte, heißt es in einer C & A-Broschüre. In diesem Familiensystem ist Mettingen das Zentrum: „Hier werden die jungen Leute an die unternehmerische Denke herangeführt und man bringt ihnen nahe, dass sie Teil einer Dynastie, einer Familiengemeinschaft sind“, meint Reinhardt. Dass die Unternehmensgruppe schon in der fünften Generation von Familienmitgliedern gemanagt wird, zeigt ihre Ausnahmestellung. Heute wird nur noch jedes zweite Unternehmen innerhalb der Familie weitergegeben, stellte die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand fest: „Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger innerhalb der Unternehmerfamilie wird offenkundig immer schwieriger.“ Und nach Erfahrung des Mittelstandsexperten Norbert Winkeljohann, Vorstand der Price-Waterhouse-Coopers Deutsche Revision AG, geraten die meisten Familienunternehmen in der dritten Generation in Schwierigkeiten. Oft fehlt ein Beirat, der einen geeigneten externen Nachfolger bestimmt.

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