Nachfolgeregelung
Sparmodelle bei Erbschaft stehen vor dem Aus

Für Deutschlands Familienunternehmer wird das kommende Jahr einschneidende Veränderungen im Erbschaftsteuerrecht bringen. Fachleute raten deshalb, eine anstehende Nachfolge im Unternehmen schnell zu regeln und sich auf die abzusehenden Neuerungen einzustellen.

DÜSSELDORF. Zwar hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung versprochen, Familienunternehmen steuerlich zu begünstigen. Doch die anstehende Reform der Erbschaftsteuer und ein seit langem erwartetes Urteil des Bundesverfassungsgerichts dürften einige beliebte Steuersparmöglichkeiten bei der Übertragung von Vermögen an Nachfolger zunichte machten.

Wer als Familienunternehmer bereits einen Nachfolger hat, kann in den nächsten Wochen und Monaten noch handeln und von der jetzigen Rechtslage profitieren. Wer das nicht kann, weil er noch immer erfolglos einen Nachfolger sucht, muss sich auf eine deutlich höhere Belastung bei der Erbschaftsteuer vorbereiten. Und das sind nicht wenige: Nach einer aktuellen Umfrage der Technischen Hochschule Aachen und der Industrie- und Handelskammer München hat ein knappes Drittel der deutschen Unternehmer im Alter zwischen 55 und 65 Jahren noch keinen Nachfolger gefunden.

Das ist bedenklich angesichts der Summen, um die es geht: Gut zwei Billionen Euro in Geld- und Immobilienvermögen werden in den kommenden zehn Jahren den Besitzer wechseln. Doch wie viel davon tatsächlich beim Nachfolger ankommt, ist ungewiss, da das Finanzamt den Sack für die Erbschaft- und Schenkungsteuer immer weiter aufhält.

Auf eines der beliebtesten Steuersparmodelle werden Familienunternehmer künftig wohl verzichten müssen: auf die gewerblich geprägte Personengesellschaft. Dabei wird privates Geld- oder Immobilienvermögen in eine neu gegründete GmbH & Co KG eingebracht, um es dort steuerbegünstigt auf Nachfolger zu übertragen.

Fachbeamte auf Landesebene in Nordrhein-Westfalen, Steuerberater und das Fachmagazin für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer „Consultant“ gehen sogar davon aus, dass diese Begünstigung bereits zum 31. Dezember 2005 fallen wird. Sollte das Gesetz erst 2006 beschlossen werden, erwarten die meisten Experten dennoch eine Rückwirkung zum 1. Januar 2006.

Der Streichvorschlag geht auf einen Gesetzesvorschlag des Landes Hessen zurück, der als Gesetzentwurf zur „Verringerung steuerlicher Missbräuche und Umgehungen“ schon Anfang 2005 in den Bundesrat eingebracht und beraten wurde. Er gelangte aber wegen der Neuwahlen nicht mehr in den Bundestag.

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