Nachgefragt bei: Jan Kampshoff und Marc Günnewig
"Wir werden sicher noch als „richtige“ Architekten zugelassen"

Ihr Büro Modulorbeat bekommt diese Woche den Bauwelt-Preis für den mobilen Club "Kubik" verliehen. Dabei dürfen sich Jan Kampshoff und Marc Günnewig nicht einmal Architekten nennen. Im Interview sprechen die beiden Experten für temporäre Architektur über ihre Arbeit und die fehlende Zulassung.

"Kubik", Ihr temporärer Open Air Club aus beleuchteten Industrietanks, war schon in Barcelona, Mailand und Budapest. Ist er immer noch unterwegs?

Wir waren zuletzt damit beim Glow Festival in Eindhoven. Aber ehrlich gesagt sind wir etwas müde. Wir möchten lieber neue Ideen verfolgen.

Der Bauwelt-Preis ehrt das erste Werk eines Architekten. Haben Sie inzwischen weitere gebaut?

Ja, sicher, wir haben allein zwei Entwürfe für den Preis eingereicht, "Kubik" und einen goldenen Pavillon, den wir für die "Skulptur Projekte" in Münster realisiert haben. Das ist allerdings auch ein temporäres Projekt.

Scheint als hätten Sie Ihre Nische gefunden.

Das klingt jetzt wie eine clevere Marketingidee. Ein klassisches Start-up würde fragen: Was ist unser Produkt? Bei uns war aber nie die Frage, was wir machen, sondern wie und in welcher Konstellation. Wir haben während des Studiums Veranstaltungen organisiert, und manches ist daraus entstanden. Manchmal muss man eben loslaufen, ohne das Ziel zu kennen. Wir haben verschiedene Sachen umgesetzt und sind jetzt auf einmal Experten für temporäre Architektur.

Sie haben ein Büro gegründet, ohne Architekten zu sein - bekommt man da genug Kunden?

Aufträge bekommt man über gute Referenzen und Weiterempfehlungen. Wir haben nach dem Architekturstudium direkt ein eigenes Büro gegründet. Für die Zulassung muss man allerdings zwei Jahre in einem Architekturbüro gearbeitet haben. Aber wir werden sicher noch als "richtige" Architekten zugelassen.

Wie konnten Sie als Newcomer angesehene Aufträge wie zur "Skulptur Projekte" an Land ziehen?

Kontakte. Die Kuratoren kannten uns, weil sie oft auf unseren Veranstaltungen waren.

Das Interview führte S. Wimmer.

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