Nachgefragt bei
Promikoch Klink: "Nicht mehr Schein als Sein"

Mit 25 Jahren eröffnete Vincent Klink sein erstes Restaurant, das "Postillion" in Schwäbisch Gmünd. Bereits vier Jahre später wurde er mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Der 60-jährige "Gastrosoph" hat aus seiner Liebe zum Kochen eine Weltanschauung gemacht. Im Interview verrät Klink, woher er seine Kraft nimmt - und wen er gerne mal zum Essen eingeladen hätte.

In Schwäbisch Gmünd geboren und aufgewachsen, verbrachte der Tierarztsohn Vincent Klink seine Schulzeit in einem Kloster-Internat und lernte danach bei Meistern ihres Fachs das Kochen. Mit 25 Jahren machte sich Klink selbstständig und eröffnete 1974 mit seiner Frau Elisabeth das erste Restaurant, das "Postillion" in Schwäbisch Gmünd. Bereits 1978 wurde er mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Seit 1991 betreibt Vincent Klink in Stuttgart-Degerloch das Restaurant "Wielandshöhe". 1992 wurde auch diese Küche wieder mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.

Trotz dieser Auszeichnung will er sein Restaurant nicht als einen ehrfurchtgebietenden Gourmettempel verstanden wissen, sondern als einen Ort zum Entspannen und Wohlfühlen. Laut "Welt" sieht sich der 60-Jährige als "Gastrosoph", der aus seiner Liebe zum Kochen eine Weltanschauung gemacht hat. Er legt nicht nur großen Wert auf artgerechte Tierhaltung und den ökologischen Anbau von Gemüse, sondern schreibt auch. Er gibt im eigenen Verlag die literarisch-gastrosophischen Zeitschrift "Häuptling Eigener Herd" heraus (www.wielandshoehe.de). Ein sehr persönliches Kochbuch von Vincent Klink ist "Meine Küche", das im Graefe und Unzer Verlag erschienen ist. Neben den Rezepten enthält das Buch bebilderte Betrachtungen des kochbegeisterten Schwaben zu kulinarischen Themen und ist durch die ästhetischen Fotos ein wahrer Augenschmaus.

Herr Klink, Sie sind einer der erfolgreichsten Köche Deutschlands. Sie kochen im Fernsehen und in Ihrem Restaurant "Wielandshöhe" in Stuttgart. Man kann sagen, Sie sind Gastgeber aus Leidenschaft. Was treibt Sie an und wie und wo tanken Sie Kraft?

Kraft hole ich mir beim Musikmachen und in der Literatur. Auch mein Garten mit drei Bienenvölkern ist wichtig.

Der Name Ihres Restaurants ist eine Referenz an den schwäbischen Dichter und bedeutenden Vertreter der Aufklärung Christoph Martin Wieland. Wodurch ist Ihre Liebe zur Literatur entstanden?

Der Opa war Altphilologe und der Vater ein Bibliophiler, ich war von Büchern geradezu verschüttet.

Sie sind Jazzliebhaber und spielen in Ihrer Freizeit Basstrompete. Sie hatten sogar schon Live-Auftritte mit Till Brönner und der Mezzosopranistin Helene Scheidermann. Ist das mehr als nur ein Hobby?

Ja es ist mehr, ich bin zwar Koch, aber in großem Maße auch Wirt, da wird man vielseitig. Allerdings Hobbys sind das keine mehr, dazu ist meine Ernsthaftigkeit zu ausgeprägt.

Wollten Sie eigentlich immer Koch werden?

Eigentlich wollte ich Grafiker, Maler oder Bildhauer werden, aber der Vater wetterte immer von "brotlosen Künsten". Er war leidenschaftlicher Gourmet und befahl mir sozusagen den Kochberuf.

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