Nachgefragt: Klaus Evard
Investiert wird im Ausland

Nachgefragt: Prof. Dr. Klaus Evard ist Gründer der European Business School und Vorstand der deutschen TEC.

Die Bedeutung des Mittelstands in Deutschland wird immer wieder betont. Wie ist sie denn wirklich?

In Deutschland ist der Mittelstand noch viel wichtiger als in anderen Ländern. Er umfasst rund 90 Prozent aller Unternehmen. Damit ist er der bedeutendste Wirtschaftsfaktor überhaupt. Hierzulande entfallen rund 80 Prozent der Ausbildungsplätze, 70 Prozent der Arbeitsplätze, 60 Prozent der Wertschöpfung und 50 Prozent der steuerpflichtigen Umsätze auf mittelständische Unternehmen. Tendenz steigend – auch bei den Arbeitsplätzen.

Der Mittelstand schafft also weiterhin Arbeitsplätze?

Die einzigen Firmen, die heute noch Arbeitsplätze schaffen – und sie tun es in der Tat – sind die mittelständischen Unternehmen.

Was sollte daher wirklich getan werden?

Wenn das primäre Ziel der bundesdeutschen Wirtschaftspolitik der Abbau der Arbeitslosigkeit ist – und das muss das primäre Ziel sein – und nur noch mittelständische Firmen Arbeitsplätze schaffen, dann ist es völlig unverständlich, warum sich das Kabinett in Berlin so schwer getan hat, die längst fällige Senkung der Unternehmenssteuer – besonders wichtig für den Mittelstand – zu beschließen.

Die staatliche Mittelstandsförderung nimmt doch stetig zu!

Zwar hat sich rein zahlenmäßig der Anteil der staatlichen Mittelstandsförderung – direkt oder indirekt – in den vergangenen Jahren stetig erhöht: Inzwischen geht mehr als ein Drittel der Förderung, welche die Bundesregierung jährlich an die Wirtschaft ausschüttet, an kleine und mittlere Unternehmen. Im Jahr 2002 waren dies immerhin 700 Mill. von 1,8 Mrd. Euro. Jedoch: Der Mittelstand bleibt vor allem bei der Gestaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen allzu oft auf der Strecke.

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