Nachhaltigkeit
Messen punkten mit mehr Umweltbewusstsein

Die Branche hat das Thema Nachhaltigkeit für sich entdeckt. Mit einer einheitlichen Zertifizierung wird nun der Wettbewerb angeheizt. Denn neben den Ausstellern fordert auch die Tagungsbranche immer stärker Nachhaltigkeitskonzepte von den Messegesellschaften.
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BerlinKompostierbare Namensschilder, Ökostrom, Recycling von Ausstellungsständen – wenn morgen die Imex ihre Tore öffnet, steht sie im Zeichen der Umweltverträglichkeit. Die Veranstaltungsmesse ist das Paradebeispiel für einen Trend, der in der Branche rasant um sich greift.

Denn auch andere Veranstalter schreiben sich Umweltbewusstsein auf die Fahne: Erst Mitte März gab Berlin bekannt, als erste Messegesellschaft ihre Umweltverträglichkeit Ausstellern per Zertifikat nachweisen zu können. Leipzig verkündete Ende Februar, sie sei die erste große deutsche Messegesellschaft, die sich der Nachhaltigkeit als Prinzip unternehmerisch verantwortlichen Handelns verschrieben habe. Und im Mai erhielt die Messe Karlsruhe ein europäisches Siegel.

Immer mehr Aussteller wollten Nachweise für ökologische Leistungen, erläutert Raimond Hosch von der Geschäftsführung der Messe Berlin. Viele Aussteller hätten Produkte, die zur Nachhaltigkeit beitragen, und möchten sie in einem entsprechenden Umfeld präsentieren.

Berlin etwa kann nun schwarz auf weiß belegen, dass sich der Brennstoffbedarf seit 2005 um ein Fünftel verringert hat und in diesem Jahr dank einer neuen Holzpelletanlage um weitere 29 Prozent sinken wird. Fast ein Drittel des Stroms erzeugt die Messe in eigenen Blockheizkraftwerken mit Kraft-Wärme-Koppelung, Erneuerbare Energien liefern 15 Prozent. Insgesamt hat sie in Umweltschutz 2,9 Mio. Euro investiert. Das lohne sich auch finanziell, da sie 31 Prozent weniger Strom einkaufen müsse, so ein Sprecher. Binnen zehn Jahren sollen sich die Investitionen amortisiert haben.

Grün sehen auch die Besucher der Messe Leipzig, denn die Ampeln orientieren sich am Verkehrsfluss. Zudem haben Gäste wie Aussteller freie Fahrt mit Bus und Bahn. Doch auch in anderen Gebieten steht die Umwelt oben an. Die getrennte Entsorgung der 1 500 Tonnen Müll ist ebenso etabliert wie die Wärmerückgewinnung in Hallen, Congress Center und Verwaltungsgebäuden. Chemikalien zur Reinigung der Innen- und Außenflächen sind biologisch abbaubar.

„Nachhaltigkeit wird zu einem wichtigen strategischen Vorteil im Wettbewerb“, begründet Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe, das Engagement. Das Congress Center Leipzig (CCL) habe festgestellt, dass die Tagungsbranche immer stärker „Green Meetings“ fordere. Die Messe hat sich darum dem Green-Globe-Nachhaltigkeits-Audit unterzogen. Green Globe Certification ist eine 1993 gegründete, international anerkannte Zertifizierungsstelle für die Tourismus- und Veranstaltungsbranche.

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