Nachwuchskräfte im Mittelstand
Sprung ins kalte Wasser

Glaubt man Umfragen an Universitäten, träumen nur wenige Hochschulabsolventen von einem Job im Mittelstand. Aber gerade der Mittelstand versucht, Nachwuchskräfte mit attraktiven Angeboten zu locken - zum Beispiel mit der Chance zu schneller Führungsverantwortung.

MÜNCHEN. Mittelstand, das bedeutet in vielen Fällen auch Provinz. Wie etwa beim Klinkenhersteller FSB, der in Brakel sitzt, einem kleinen Städtchen in Ostwestfalen. Keine nennenswerte Großstadt in der Nähe, kein ICE-Anschluss und erst recht kein Flughafen. Hier vermuten die wenigsten ein Unternehmen, das für den Weltmarkt produziert, hierher zieht es nur wenige Hochschulabsolventen, wenn sie ihre Karriere starten.

Industriedesigner Matthias Fuchs hat es gewagt. Er leitet die Marketingabteilung von FSB, einem Unternehmen mit rund 500 Mitarbeitern und rund 70 Millionen Euro Jahresumsatz. Provinzialität oder Umsatzgröße spielen für ihn kaum eine Rolle: Für ihn zählt die Bekanntheit, die die Firma bei Architektenbüros und Designern hat, sowie der internationale Anspruch. Schließlich rüstete FSB selbst das Museum of Modern Art in New York mit edlen Türklinken aus. Und Fuchs schätzt die kurzen Entscheidungswege bei dem Familienunternehmen.

Glaubt man Umfragen an Universitäten, träumen nur wenige Hochschulabsolventen von einem Job im Mittelstand, sondern von Karrieren bei Deutsche Bank, Siemens oder BASF. Ihr Berufseinstieg soll möglichst mit einem großen Namen belegt sein. Und doch zeigen die Statistiken eine andere Realität: Zwei Drittel der Akademiker arbeiten in Deutschland im Mittelstand.

Matthias Redlefsen, Berater bei der auf Familienunternehmen spezialisierten Intes Akademie in Bonn, glaubt den Umfragen nicht. „Junge Arbeitnehmer suchen nicht nur große Unternehmen“, sagt er, „sondern Familienkonzerne, die für Kontinuität stehen.“ Porsche beispielsweise sei deshalb ein begehrter Arbeitgeber. Der Autobauern vermittele typische Werte wie Stetigkeit und Beständigkeit, die unter Betriebswirten, Juristen und Ingenieuren hohen Stellenwert hätten.

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