Personal-Vermittler sind die Dozenten allerdings nicht: Wer keine Gegenleistung biete, dürfe auch keine Hilfe bei der Absolventen-Suche erwarten, sagt Bühler. In den meisten Fällen geht es den Professoren nämlich nicht nur darum, Alumni in den Unternehmen unterzubringen, sondern auch Vorteile für die eigenen Studenten herauszuholen. Betreute Praktikumsplätze, Firmenexkursionen und Angebote für Diplom- oder Studienarbeiten finden deshalb bei vielen Lehrstuhlinhabern großen Anklang. "Dann sind sie auch gerne bei der Bewerber-Auswahl behilflich", sagt Bühler.
Allerdings stoßen Unternehmen bei Professoren häufig auch auf taube Ohren - oder werden schon im Vorzimmer von der Sekretärin abgewimmelt. "Die einzelnen Dozenten haben oft gar nicht die Zeit, sich um die Anliegen der Unternehmen zu kümmern", erklärt Albers von der Fachhochschule Hamm. Er rät deshalb, sich zunächst an die so genannten Karrierecenter der Hochschulen zu wenden. Deren Mitarbeiter helfen Studenten und Absolventen bei der Laufbahnplanung, halten Kontakt zu Unternehmen und organisieren Praktikumsplätze, Gastvorträge und Besichtigungen. Außerdem sollte das Personalmarketing an den Hochschulen Chef-Sache sein: "Wer nicht irgendeinen Referenten schickt, sondern den Personalleiter selbst, kann sich deutlich von den Konzernen abheben", weiß Albers.
Neben der richtigen Anlaufstelle kommt es auf Kontinuität an: "Man muss als Firma bei allen Events präsent sein", sagt Albers. Das heißt nicht nur einmal die Jobmesse zu besuchen, sondern in jedem Jahr. Regelmäßige Gastvorträge, das Sponsoring von Absolventenpartys und Auszeichnungen für gute Abschlüsse seien ebenfalls geeignet.
Geld-Preise und Stipendien für die Jahrgangsbesten oder erfolgreichsten Diplomanden hält Albers sogar für das beste Werbemittel überhaupt: "Damit können Mittelständler genau das richtige Signal an die Studenten aussenden: Eure Leistung ist uns viel wert." Außerdem könnten Mittelständler durch Fachvorträge punkten: "Konzernvertreter halten oft nur sehr allgemeine Vorträge, ohne Bezug zur eigentlichen Vorlesung", sagt Albers. "Wenn der Personalchef eines kleinen Betriebs in der Vorlesung zum Personalmanagement über ganz konkrete Probleme seines Alltags berichtet, hören die Studenten gerne zu."
Und in noch einem Punkt können sich Mittelständler von Großunternehmen abheben: "Sie bleiben auch jetzt in der Krise am Ball", sagt Alma Mater-Chef Bühler. Selbst wenn die wirtschaftliche Lage wie gerade jetzt schwierig ist, seien nämlich viele in der Lage, weiterhin Stellenangebote für Absolventen oder Studenten zu machen. "Auf den Mittelstand ist Verlass", sagt Bühler. Und das komme bei den Studenten besonders gut an.