Nachwuchswerbung
Attraktiv für Akademiker

Der Kampf um die besten Mitarbeiter beginnt schon auf dem Uni-Campus. Dort locken Unternehmen künftige Absolventen mit Praktika und machen auf ganzseitigen Werbeanzeigen in der Campus-Zeitung auf sich aufmerksam. Mittelständler geraten beim Hochschul-Personalmarketing in der Konkurrenz zu Konzernen oft in Hintertreffen. Dabei haben sie viele Pfunde, mit denen sie wuchern können.

KÖLN. "Das Hochschulmarketing des deutschen Mittelstands ist nicht nur uneinheitlich", sagt Jürgen Albers, Leiter des Karriere-Centers der Fachhochschule Hamm: "Die Bemühungen bleiben zum großen Teil ganz aus." So denkt ein Drittel der mittelständischen Betriebe laut Albers immer noch, dass für ihre offenen Stellen gar keine Hochschul-Absolventen in Frage kämen. Andere hätten zwar erkannt, dass sie mehr Akademiker in ihren Reihen brauchen, wüssten aber gleichzeitig nicht, wie sie an die Uni-Abgänger herankommen sollen: "Mittelständler verfallen in ihrer Not oft in einen wenig durchdachten Aktionismus. Oder sie werden Opfer von Unternehmensberatern", sagt Albers.

Die Konsequenz: Sind Mittelständler an Hochschulen aktiv, hat man ihnen immer öfter komplette Employer-Branding-Konzepte verkauft, die eigentlich nur für Konzerne Sinn ergeben. "Kleine Unternehmen versuchen dann, mit denselben Taktiken wie die Großen den Kampf um Talente zu gewinnen", sagt Albers: "Das funktioniert aber nicht." Denn während sich Konzerne mit hohen Sponsoring- und Werbe-Budgets an Unis bekannt machen können, fehlt kleineren Betrieben dazu schlicht das Geld.

Wie es trotzdem gelingen kann, Studenten direkt von der Hochschule in die eigene Firma zu locken, darüber machen sich Unternehmen wie die Deutsche Hochschulwerbung Gedanken. Die Düsseldorfer haben sich auf Marketing im Uni-Umfeld spezialisiert und helfen auch Mittelständlern beim Kampf um qualifizierte Absolventen: Mit dem Aufbau eines guten Arbeitgeber-Images unter den Studenten.

Dazu müsse man zwar Geld locker machen, rechnet die Deutsche Hochschulwerbung vor - allerdings weniger, als viele Mittelständler denken: Ein mittelständisches Pharma-Unternehmens könne zum Beispiel mit einer regionalen Werbekampagne an 16 Standorten über 50 000 Studenten erreichen, das sind circa 50 Prozent aller Medizin- und Pharmazie-Studenten in Deutschland. Die Kosten für rund 10 000 Inserate und Job-Aushänge an "Karriereboards" lägen bei 5 900 Euro für zwei Monate.

Noch günstiger geht es, wenn Unternehmen schon genau wissen, wo sie künftige Mitarbeiter rekrutieren möchten. So umwirbt etwa ein Kunde der Deutschen Hochschulwerbung gezielt Absolventen der Fachrichtung Maschinenbau an der Technischen Universität Braunschweig. Kostenpunkt für ein Werbeplakat exakt gegenüber des Haupt-Hörsaals: 2 000 Euro. Für ein ganzes Jahr.

"Plakate sind zwar ein gutes Mittel für größere Unternehmen, für kleinere Mittelständler aber schlicht zu teuer", sagt Jürgen Bühler, Geschäftsführer von Alma Mater, einer auf akademische Nachwuchskräfte spezialisierte Personalvermittlung. Außerdem sei die Gefahr groß, zwischen Hochglanz-Werbungen von Konzernen unterzugehen. Seine Empfehlung lautet deshalb, Kontakte zu Professoren pflegen: "Sie kennen ihre Studenten und können schnell passende Kandidaten ausfindig machen", sagt Bühler.

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