Nähmaschinenhersteller
Traditionsunternehmen Pfaff steht vor Insolvenz

Wechselnde Eigentümer, Arbeitsplatzabbau, finanzielle Einschnitte für die Mitarbeiter: Für die Pfaff-Beschäftigten sind Ungewissheit und Krise in den vergangenen Jahren stete Begleiter. Das Kaiserslauterer Traditionsunternehmen, das durch seine Nähmaschinen weltbekannt wurde, steht mehr denn je vor einer ungewissen Zukunft.

HB KAISERSLAUTERN. Bis zu 180 der verbliebenen 400 Arbeitsplätze in Kaiserslautern sollen wegfallen, um eine drohende Insolvenz zu vermeiden. Damit nicht genug: Die Pfaff-Gläubiger sollen außerdem auf bis zu 90 Prozent ihrer Forderungen verzichten, damit die Schuldenlast von Pfaff ein erträgliches Maß erreicht.

„Bei all den schlimmen Sachen, die wir bei Pfaff erlebt haben, ist das der Tiefpunkt“, sagte Alexander Ulrich von der IG Metall am Donnerstag. Gewerkschaft, Banken und andere Partner müssen dem Plan bis Dienstag zustimmen - andernfalls geht Pfaff laut Geschäftsführung in die Insolvenz, was den Angaben zufolge das Aus für das gesamte Unternehmen bedeuten könnte. Die IG Metall stellte sich allerdings bereits quer.

Rückblick: Ende 2005 hatte der Münchener Finanzinvestor GCI den Hersteller von Industrienähmaschinen und Schweißmaschinen übernommen. Die mit dem Namen Pfaff vor allem verbundene Nähmaschinensparte für den Hausgebrauch war damals längst verkauft, in den Jahren zuvor hatten sich verschiedene Eigentümer an Pfaff die Zähne ausgebissen. Nun ist auch GCI mit seinem Vorhaben gescheitert, Pfaff zu einem profitablen Unternehmen zu machen.

Immer wieder haben die Verantwortlichen in der Vergangenheit auf ein zentrales Problem hingewiesen: Die Unternehmen, die Pfaff mit seinen Nähmaschinen beliefert, fertigen längst in China, Indien oder anderen billigen Standorten. Pfaff baut seine Maschinen aber noch immer zum Teil in Deutschland, wo die Lohnkosten vergleichsweise hoch sind. Zur Zeit entsteht in Kaiserslautern sogar ein neues Werk, das die alten, längt zu groß gewordenen Gebäude ersetzen soll. In den vergangenen Monaten kamen starke Umsatzeinbußen hinzu. GCI gibt nun auf und will sich von seiner Mehrheit an Pfaff trennen. Potenzielle Investoren soll es geben.

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