Nahostmarkt boomt weiter
Arabien ist im Mobilfunk-Fieber

Der Nahe und Mittlere Osten gehört zu den Weltregionen mit dem höchsten Wachstum der Mobiltelefon-Verkäufe. Handys ersetzen immer mehr marode oder unzureichende Festnetze. Ein Ende des zweistelligen Booms ist nicht abzusehen. Besonders die Emiratis scheinen an der "Telefonitis-mobils" zu leiden.

bfai KÖLN. Das Mobiltelefon ist längst zur Standartausrüstung und einem Lieblingsspielzeug gutbetuchter Araber geworden. Ob zuhause, auf den Basaren, im Restaurant, beim Kamelrennen, der Falkenjagd oder auf Straßen und Plätzen - überall bimmeln und klingeln Millionen von Handys in allen Tonarten.

Nach jüngsten Angaben des VAE-Telekommunikationsunternehmens Etisalat kommen auf 100 Einwohner rechnerisch über 120 Handys, verkündete der Mobilfunkanbieter im August 2006 wohl selbst noch überrascht. Denn sogar auf der eigenen Internet-Seite berichtet das Unternehmen immer noch von einer Dichte von 100%, die die VAE hinter Bahrain (105%) auf Platz zwei positionierten. Grundlage der jüngsten Korrektur sei das Ergebnis der offiziellen Volkszählung, die eine Gesamtbevölkerung der VAE von 4,1 Mill. Einwohner registrierte. Etisalats Mobilkundenbestand habe jedoch die 5 Mill. überschritten.

Die früheren Angaben seien von nicht offiziellen Bevölkerungsschätzungen ausgegangen. (Die Gesamtbevölkerung ist um 74,8% gewachsen im Vergleich zur vorhergehenden Zählung im Jahr 1995 (2,4 Mill.). Die Gesamtzahl der Ausländer (non-locals) beträgt 2,9 Mill. (78% der Bevölkerung).

Beim Handy-Absatz hat der Bedarf an Billighandys ein historisches Hoch erreicht. So hat Gloalnet (Vertriebsunternehmen für Motorola in den VAE) allein im Juli 2006 mehr als 25 000 dieser Einheiten verkauft. Zu dem unerwarteten Wachstum hat in erster Linie die riesige Zahl von Arbeitssuchenden und Touristen in den Emiraten beigetragen.

Ende 2005 überstieg die Zahl der Mobiltelefon-Abonnenten in den VAE 4,5 Mill. Die Internet- und Breitbanddurchdringungsrate sprang im Jahr 2005 sprunghaft auf 51%.

Auch im neusten Report "2006 Middle Eastern Mobile Communications and Mobile Data Markets" von Research and Markets rangiert Bahrain mit einer Handy-Dichte von 117 % an der Spitze der Region im Jahr 2005, gefolgt von den VAE mit 99%. Anfang 2006 habe das Verhältnis von Mobilfunkverbreitung zu Festnetzdurchdringung 365% in Jordanien und 343% in Bahrain betragen.

Welchen Streich uns auch immer die Statistik spielt, so zählen die VAE jedoch ohne Zweifel zu den Ländern mit den weltweit höchsten Handy-Dichten. So hat Deutschland Anfang August 2006 erst die 100%-Marke knapp überschritten (82,8 Mill. Handys auf 82,4 Mill. Einwohner), informierte das Marktforschungsinstitut Gartner. Mehr als 30 Länder müssten laut dem auf den IT- und Medienbereich spezialisierten Unternehmen gegenwärtig eine Handy-Dichte von über 100% aufweisen. Rund 40 werden bis Ende 2006 erwartet.

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