Neubewertung der stillen Reserven durch Leasingverfahren
Mit Sale-and-Lease-Back lässt sich die Eigenkapitaldecke strecken

Die Eigenkapitaldecke mittelständischer Unternehmen ist viel zu dünn. Das schwächt die Bonität und erschwert die Kreditaufnahme sowohl für das laufende Geschäft, als auch für zusätzliche Investitionen.

HB NÜRNBERG. Doch der Blick in die Bilanz zeigt: In den meisten Betrieben schlummern stille Reserven, die zur Stärkung des Eigenkapitals aktiviert werden können. Als besonders attraktive Vorgehensweise kann die Sale-and-Lease-Back-Finanzierung empfohlen werden.

Mit einer solche Gestaltung lassen sich Immobilien in Liquidität umwandeln. Damit können entweder Kredite aufgelöst oder Neuinvestitionen finanziert werden. Ein Fall aus der Beratungspraxis veranschaulicht die Situation mancher Mittelständler: Ein Spielwarenunternehmen stand vor der Insolvenz, weil ein Kreditgeber mangels Marge die Überbrückungskredite versagte, die von der Produktion bis zum Verkauf im Weihnachtsgeschäft die Zahlungsfähigkeit sicher stellten. Dabei besaß der Inhaber ein Firmengebäude und einen umfangreichen Maschinenpark mit Präzisionsgeräten.

Gebäude und Anlagen waren modern, funktionstüchtig und abbezahlt. Im konkreten Fall wurden über Sale-and-Lease-Back das Firmengebäude und der Maschinenpark verkauft und zurückgeleast. Das Unternehmen erhielt frisches Kapital und konnte neu investieren, das Kreditvolumen wurde deutlich zurückgefahren. Und die dadurch ermöglichte internationale Expansion war mehr als ein Rettungsanker: Das Unternehmen schreibt heute wieder Gewinne – einer Kreditaufnahme steht nichts mehr im Wege.

Wie funktioniert Sale-and-Lease- Back? Der Eigentümer verkauft ein Wirtschaftsgut an eine Leasinggesellschaft und least dieses sofort wieder zurück. Um Steuervorteile zu erreichen, wird in der Regel eine Gesellschaft zwischengeschaltet, die als Eigentümerin das Leasinggut zur Verfügung stellt. Die Nutzungsrechte bleiben beim Unternehmen. Die beim Verkauf entstehenden Gewinne können steuerlich über Verlustvorträge ausgeglichen oder gegebenenfalls durch eine so genannte 6b-Rücklage neutralisiert werden. Mithilfe dieser Rücklage können die durch eine Veräußerung aufgedeckten stillen Reserven innerhalb eines bestimmten Zeitraums auf neue Investitionsgüter steuerfrei übertragen werden.

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