Neue Chancen der Risikoabwälzung
Factoring bietet strategische Vorteile

Im Speditionsgewerbe hat ein harter Wettlauf begonnen. Die Kabotagefreiheit, das Recht ausländischer Spediteure, Transportaufträge auch in Deutschland auszuführen, verzerrt durch das Lohngefälle den Wettbewerb.

Jedes hundertste Verkehrsunternehmen in Deutschland musste bereits aufgeben. Von dem gestiegenen Verkehrsaufkommen durch die Osterweiterung profitieren jedoch zu 90 Prozent ausländische Transportunternehmen. In einem bilateralen Abkommen haben die Ukraine und Polen die Weichen für den so genannten Contrailer – den LKW-Transport mit der Eisenbahn – gestellt. An einem Knotenpunkt im ukrainischen Lugansk (Donez) werden LKWs aus dem Inland und benachbarten Staaten auf Waggons verfrachtet und nach Kattowitz verladen. Frequentiert wurde dieser Zug in erster Linie von den ukrainischen Speditionen Transpele, Transking und LAA-Trans. Die Fahrer reisen im Personenwagen mit. Selbst unterschiedliche Spurbreiten konnten den Zug nicht bremsen: „Yuroslav“ rollt über ein altes Gleis aus der Sowjetzeit, das eigens für dieses Projekt wieder in Betrieb genommen wurde. Ein Sprecher von Transpele bemängelte zwar die gestiegenen Abfertigungskosten, doch der ukrainische Verkehrsminister Yevgeny Chervonenko und der polnische Minister für Infrastruktur Kshishtov Opavski wollen den Contrailer-Verkehr weiter vorantreiben. Ein strategischer Schachzug – bei den steigenden Dieselpreisen.

Doch auch abseits der Gleise fahren die LKWs konkurrenzlos billig. Mit Beitritt der neuen EU-Mitgliedstaaten entfiel die 200-Liter-Beschränkung. Im fest eingebauten Haupttank kann seitdem Diesel abgabenfrei nach Deutschland eingeführt werden. Die Tendenz geht zum Einbau von Tanks mit über 1 000 Litern. Bei einer Tankgröße von 900 Litern verfügt ein LKW über einen Aktionsradius von 2 600 Kilometern. Die Differenz pro Tankfüllung beträgt über 250 Euro bei einer Betankung jenseits der deutschen Grenze in Polen.

Um mithalten zu können, gehen deutsche Speditionen gegenwärtig immer mehr dazu über, in Polen zu tanken. „Die meisten mittelständischen Betriebe verfügen seit Mauteinführung kaum noch über Manövriermasse, um Investitionen zu tätigen“, weiß Lothar Päbst, Unternehmensberater für Logistik. Ein Rechenbeispiel verdeutlicht das Problem: Für einen LKW, der schätzungsweise 150 000 Kilometer im Jahr in Deutschland zurücklegt, summieren sich die Mautkosten auf etwa 18 000 Euro. Ein Fuhrpark von 20 LKWs kommt somit auf 360 000 Euro, die ein Unternehmen vorfinanzieren muss. Bei einem durchschnittlichen Leerfahrtenanteil von 20 Prozent bleiben 72 000 Euro auf der Strecke. „Wir versuchen, mit den Kunden Dieselzuschläge zu vereinbaren. Wir müssen noch effizienter arbeiten, um Leerkilometer zu vermeiden“, sagt Ralf Rimbach von der JRS Jutta Rimbach Speditionsgesellschaft.

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