Neue Handelssegmente sollen kleine Unternehmen für Investoren attraktiver machen
Düsseldorf und Stuttgart basteln an Börsen für den Mittelstand

Mehrere deutsche Regionalbörsen entdecken ihr Herz für den Mittelstand. In Düsseldorf und Stuttgart gibt es konkrete Pläne für neue Handelssegmente, die der mittelständischen Wirtschaft mehr Aufmerksamkeit bei den Investoren sichern und die Kapitalaufnahme erleichtern sollen. Die Börse Berlin-Bremen denkt nach dem Scheitern der Nasdaq Deutschland über ähnliche Schritte nach, doch sind die Überlegungen noch in einem frühen Stadium.

FRANKFURT/M. Auch in Düsseldorf und Stuttgart ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. „Aber wir denken intensiv über ein Mittelstandssegment nach“, heißt es bei beiden Börsen unisono. In Stuttgart liegt bereits ein fertiges Konzept in der Schublade, das den Projektnamen „Gate-M“ trägt.

Die Finanzierung des Mittelstands ist vor allem im Zuge der restriktiven Kreditvergabe der Banken in den Brennpunkt gerückt. Gerade kleinere Mittelständler klagen über Schwierigkeiten, Kredite zu bekommen. Außerdem fehlt seit dem kläglichen Ende des Neuen Marktes nach Meinung von Experten eine öffentlichkeitswirksame Plattform für Börsengänge in Deutschland.

Düsseldorf und Stuttgart wollen jetzt auf die Besonderheiten der Mittelständler eingehen. Zum einen geht es darum, die Aktien bei Anlegern bekannter zu machen - bisher tauchen sie oft nicht auf den Radarschirmen der Investoren auf. Zweitens klagen gerade kleine Mittelständler über die hohen Kosten in Folge der Transparenzvorschriften am ehemaligen Neuen Markt und dem Prime Standard der Deutschen Börse – hier wollen die Börsen die Latte etwas niedriger hängen. Drittens sollen die Makler auf die eine oder andere Art zur Stellung von Kursen verpflichtet werden, um die Handelbarkeit der oft wenig liquiden Titel zu garantieren.

Im Fokus des Düsseldorfer Projekts stehen zunächst Firmen aus Nordrhein-Westfalen mit einer Marktkapitalisierung von weniger als 50 Mill. Euro. Dabei baut die Börse auf die Unterstützung der Banken. In der Rheinmetropole gibt es mit der IKB-Bank, der genossenschaftlichen WGZ-Bank und neuerdings auch der WestLB gleich mehrere Institute, die sich Geschäfte mit dem Mittelstand auf die Fahne geheftet haben. „Die Banken haben Interesse“, bestätigt Börsensprecher Steffen Pörner. So könnten in den Bankfilialen in Zusammenarbeit mit der Börse Informationsveranstaltungen abgehalten werden, um Kleinanleger mit den heimischen Unternehmen vertraut zu machen. Zunächst sollen bereits gelistete Firmen in dem Segment gebündelt werden, um ihnen ein „Schaufenster“ zu bieten. Sobald es wieder Börsengänge gibt, wollen die Rheinländer diese ebenfalls für sich gewinnen.

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