Neue Mezzanine-Produkte: Mischkapital ist gefragt

Neue Mezzanine-Produkte
Mischkapital ist gefragt

Die Deutsche Bank legt gemeinsam mit der IKB Deutsche Industriebank ein neues Mezzanine-Programm auf. Unter dem Namen „Equinotes II“ werden Genussrechte in Tranchen von zwei bis 15 Mill. Euro für mittelständische Unternehmen angeboten.

pot FRANKFURT. Das Gesamtvolumen soll mindestens 300 Mill. Euro betragen.

Mezzanine ist seit einiger Zeit das Modethema in der Unternehmensfinanzierung. Es handelt sich um eine Zwischenform zwischen Fremd- und Eigenkapital. Da es gegenüber Fremdkapital nachrangig ist, wird es häufig als Eigenkapitalersatz betrachtet. Entsprechend groß ist die Nachfrage des traditionell kapitalschwachen Mittelstands, zumal die Banken bei der Kreditvergabe strengere Maßstäbe anlegen als noch vor ein paar Jahren. Allerdings werden nicht alle Produkte auch nach dem HGB als bilanzielles Eigenkapital (siehe Tabelle unten) anerkannt. Das kann dazu führen, dass Banken Mezzanine-Kapital der Konkurrenz nur als Fremdkapital betrachten.

Deutsche Bank und IKB haben bereits im vergangenen Jahr ein erstes Programm unter dem Namen Equinotes auf den Markt gebracht. Ursprünglich war ein Volumen von 500 Mill. Euro geplant, tatsächlich kamen aber nur 371 Mill. Euro zusammen. Anschließend wurden die Genussscheine gebündelt, verbrieft und im Dezember am Kapitalmarkt platziert.

Dass das Volumen kleiner ausfiel als geplant, begründet Wolfgang Matis, Deutschland-Chef des Bereichs Global Markets bei der Deutschen Bank, mit dem Wunsch, das Programm noch im vergangenen Jahr abzuschließen. Damit können Deutsche Bank und IKB für sich in Anspruch nehmen, dass sie als einer von bisher nur wenigen Anbietern die Mittel an den Kapitalmarkt weitergereicht haben. Außer ihnen haben nur Hypo-Vereinsbank (HVB) und HSBC Trinkaus & Burkhardt Verbriefungs-Portfolien bei Investoren platziert. Die Banken entledigen sich mittels der Verbriefung der Risiken und können das frei werdende Kapital für neue Geschäfte nutzen, zum Beispiel zur Vergabe weiterer Genussscheine. Matis’ Ziel ist es, „Equinotes“ zu einer Marke zu entwickeln, unter der fortlaufend neue Programme aufgelegt werden. Am weitesten ist hier die HVB, die mit der Capital Efficiency Group (CEG) schon vier Mezzanine-Verbriefungen namens „Preps“ platziert hat.

In der Branche gibt es überdies diverse Überlegungen, Mezzanine-Produkte einem weiteren Firmenkreis zugänglich zu machen. Matis sieht hier beispielsweise Chancen bei kleineren Unternehmen. So richtet sich Equinotes II an Unternehmen mit einem Mindestumsatz ab 25 Mill. Euro, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Beim Vorläufer betrug die Schwelle noch 50 Mill. Euro. Andere Experten rechnen damit, dass künftig mehr Unternehmen mit schlechter Bonität bedient werden. Die meisten aktuellen Programme richten sich vor allem an Firmen mit Investment-Grade (ab Ratingklasse BBB). „Wünschenswert wäre es, wenn auch Firmen mit geringerer Bonität Mezzanine-Kapital erhalten könnten“, sagt Michael Altenburg von CEG. Matis ist hier allerdings skeptisch: „Wenn sie zu viele Non-Investmentgrade-Firmen im Portfolio haben, können sie nicht mehr verbriefen.“ Denn die Investoren fragten derzeit vor allem die sicheren Tranchen der Mezzanine-Verbriefungen nach.

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