Um die neue Datenvielfalt zu bändigen, ist eine neue Informations- und Kommunikationsinfrastruktur nötig. Analysten von Morgan Stanley Research rechnen mit einem Anstieg des Smart-Grid-Marktvolumens von heute 22 Mrd. Dollar auf 115 Mrd. im Jahr 2030. Der Großteil der deutschen Energieversorger scheut noch die Kosten der neuen Infrastruktur, IT-Dienstleister legen schon jetzt los.
Große Herausforderung für die IT-Experten wird es sein, aus der Datenvielfalt ein echtes Energie-Daten-Management (EDM) zu stricken: "Aus einem einzigen Jahreswert pro Kunde werden 35000 Viertelstundenwerte", sagt Helge Meyer, Leiter der Produktentwicklung Smart Metering bei der Deutschen Telekom. Kommen verschiedene Tarife hinzu, vervielfacht sich der Wert. Trotzdem muss das EDM riesige Mengen von Verbrauchsdaten, Prognosen und Tarifen in kürzester Zeit verarbeiten und zu Steuerbefehlen für Geräte umwandeln.
Problematisch ist außerdem, dass es mangels Standards einen Wildwuchs verschiedener Lösungen für die Übertragung der Daten an Kunden und Energieversorger gibt. "Hier muss der Gesetzgeber nachbessern", fordert Thomas Piontek, Manager beim Beratungs- und IT-Dienstleister Logica. Andernfalls würde der Anpassungsaufwand die Gerätekosten unnötig hoch bleiben und den Markt bremsen.
Nachfragen beim Versorger lohnt sich dennoch schon heute: "Der Energiemarkt ist in diesem Segment nachfrageorientiert", weiß Experte Förster. Alleine die höhere Verbrauchstransparenz durch die Smart Meter führt dazu, dass Energieversorger besser planen und günstiger beschaffen können. "Einen Teil dieser Einsparungen sollten Kunden über flexible Tarife bei ihren Energieversorgern einfordern", sagt Förster.