Neue Unternehmergesellschaft
Mini-GmbH kommt erst im Spätsommer

Existenzgründer müssen sich noch etwas gedulden. Das Gsetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts tritt später in Kraft. Das ärgert viele, denn das Interesse an der geplanten neuen Form der Unternehmergesellschaft ist sehr groß.

JESTEBURG. Existenzgründer müssen sich noch etwas gedulden. Die Mini-GmbH kommt, aber nicht vor dem dritten Quartal 2008. Ursprünglich sollte es zwar schon im Januar möglich sein, eine Kapitalgesellschaft mit nur einem Euro Stammkapital anzumelden. Jetzt tritt das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts aber voraussichtlich erst im Spätsommer in Kraft.

Die Gründerszene ärgert das. Denn das Interesse an der neuen Regelung ist sehr groß. Nicht nur, dass mit dem neuen Gesetz die Anforderungen an das Mindestkapital für eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) von derzeit 25 000 Euro auf 10 000 Euro gesenkt werden sollen. Es soll künftig außerdem möglich sein, ohne Eigenkapital eine Vorform der GmbH zu gründen. Die heißt dann zunächst Unternehmergesellschaft oder auch Mini-GmbH und soll ein attraktives Pendant zu ausländischen Billig-Gesellschaftsrechtsformen wie der britischen Limited darstellen. Die Bundesregierung war unter Druck geraten, weil es in anderen EU–Mitgliedstaaten sehr viel leichter war, ohne viel Eigenkapital ein Unternehmen zu gründen und gleichzeitig die Haftung zu beschränken. In Deutschland sollen aber auch nach der Reform Gläubiger geschützt sein. Dafür sind strenge Transparenzregeln vorgesehen. Außerdem muss die Mini-GmbH ein Viertel des jährlichen Gewinns als Rückstellung bilanzieren, damit Eigenkapital aufgebaut wird.

Die Existenzgründer stehen derweil in den Startlöchern. „Das merken wir an Anfragen an die Existenzgründungsberater der Industrie- und Handelskammern“, sagt Marc Evers, Existenzgründerexperte des DIHK in Berlin. Und auch bei den Gewerbeämtern klopfen die Unternehmensgründer an die Türe. „Es gab schon einige Interessenten, die einen Antrag auf die Unternehmergesellschaft stellen wollten“, sagt Stefan Braun, Leiter der Gaststätten- und Gewerbebehörde in Stuttgart.

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