Neuer Standort Amsterdam
Alternext lockt Mittelstand

Weniger ist manchmal mehr. Das gilt auch für das Niveau der Börsenregulierung. Der Börsenbetreiber Euronext hat gute Erfahrungen damit gemacht, mit erleichterten Zulassungsvorschriften kleine und mittelständische Unternehmen an die Börse zu locken.

PARIS. Seit rund einem Jahr gibt es das dazu geschaffene Segment Alternext. 38 Unternehmen sind derzeit dort gelistet, 16 Neuzugänge hat es allein in diesem Jahr gegeben. Und Euronext-Chef Jean-François Théodore erwartet, dass es bis Ende des Jahres 20 werden.

Dank der guten Erfahrungen mit Alternext an der Börse Paris, will Euronext das Segment auf den Standort Amsterdam und später auch auf Brüssel ausdehnen. Der Start von Alternext in den Niederlanden ist für die zweite Jahreshälfte geplant. „Die bei Alternext notierten Werte stoßen auch auf Interesse bei Privatanlegern“, sagt Florence Gréau, Geschäftsleiterin der Emissionsstrukturierung der Bank Société Générale, „das war am Anfang nicht so zu erwarten.“

Mittelständler an die Börse zu locken, ist derzeit ein Top-Thema für Börsenbetreiber. Das Potenzial erscheint riesig: Bislang sind nur rund ein Prozent der rund eine Million mittelständischen Firmen der Euro-Zone an der Börse notiert.

Die Nase vorn im Rennen um den Mittelstand hat ohne Zweifel die London Stock Exchange: Ihr 1995 gestarteter Alternative Investment Market (AIM) hat bereits über 2200 Unternehmen angelockt. Mitte Mai 2005 zog dann Euronext seinerseits mit Alternext nach. Ende Oktober vergangenen Jahres schuf dann die Deutsche Börse AG ihren neuen Teilbereich Entry Standard im Rahmen des Segments Freiverkehr. 30 Unternehmen umfasst hier der Kurszettel.

Lockmittel für kleinere Gesellschaften sind jeweils erleichterte Zulassungsbedingungen. Bei Alternext zum Beispiel ist die Bilanzierung nach IFRS kein Muss. „Gerade das ist für die Unternehmen eine Riesenerleichterung“, meint Expertin Gréau von der Société Générale.

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