Neuer Trend in der Mittelstandsfinanzierung
S-Mezzanine als Finanzierungsalternative

Den Selbstfinanzierungskräften des mittelständischen Unternehmers sind gerade in Zeiten einer schwachen Konjunktur Grenzen gesetzt. Zum anderen haben externe Eigenkapitalgeber wie Private Equity Gesellschaften Renditevorstellungen, die für viele Mittelständler nicht akzeptabel sind. Als alternatives Finanzierungsinstrument hat sich das Mezzanine-Kapital am Markt etabliert.

In einer aktuellen Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer (ASU) äußern vier von fünf Unternehmern, dass sie die Stärkung der Eigenkapitalbasis als ein wichtiges oder gar sehr wichtiges Ziel erachten. Dies verdeutlicht, dass der deutsche Mittelstand ein zunehmendes Eigenkapitalproblem hat. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Basel II, eine restriktive Kreditvergabepolitik der Banken oder die im internationalen Vergleich sehr niedrige Eigenkapitalausstattung deutscher Unternehmen sind nur einige Schlagworte in diesem Zusammenhang.

Die Kapitalbasis des Unternehmens kann durch eine Erhöhung des Eigenkapitals im Rahmen einer klassischen Kapitalerhöhung gestärkt werden. Dies wird jedoch häufig nicht der optimale Weg sein. Zum einen sind den Selbstfinanzierungskräften des mittelständischen Unternehmers, gerade in Zeiten einer schwachen Konjunktur, Grenzen gesetzt. Zum anderen haben externe Eigenkapitalgeber (z.B. Private Equity Gesellschaften) üblicherweise Renditevorstellungen, die deutlich über 20% p.a. liegen und somit für viele Mittelständler nicht akzeptabel sind. Darüber hinaus werden durch die Hereinnahme externer Eigenkapitalinvestoren bestehende Gesellschafteranteile und –rechte deutlich verwässert. Somit ist die Variante der Kapitalerhöhung durch Innen- oder Außenfinanzierung sehr häufig nicht möglich oder nicht attraktiv.

Als alternatives Finanzierungsinstrument bei Eigenkapitalfragen hat sich das Mezzanine-Kapital am Markt etabliert. Seine flexiblen Ausgestaltungsmöglichkeiten, zum Beispiel in Form eines Genussscheins, einer Stillen Beteiligung oder eines Nachrangdarlehens, haben die Nachfrage in Deutschland in den letzten fünf Jahren um ca. 15% p.a. ansteigen lassen. Mezzanine-Kapital enthält sowohl Elemente von Eigenkapital als auch von Fremdkapital, vermeidet jedoch die aus Sicht eines Unternehmers unerwünschten Nebeneffekte einer klassischen Kapitalerhöhung. Insbesondere führt die Aufnahme von Mezzanine-Kapital nicht zu einer Veränderung der Eigentümerverhältnisse; auch sind die Kosten für die Mezzanine-Finanzierung weitgehend steuerlich abzugsfähig.

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