Neues Geschäftsfeld
Autozulieferer Boysen steigt bei Bertrandt ein

Der Mittelständler Boysen wagt einen großen Schritt und steigt beim Ingenieurdienstleister Bertrandt ein - und das gleich richtig mit einem Aktienpaket im Wert von 76 Millionen Euro.
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HB STUTTGART. Der Autozulieferer Boysen steigt im großen Stil beim Ingenieurdienstleister Bertrandt ein. Boysen habe Mitte November ein Aktienpaket von 14,9 Prozent an Bertrandt erworben, teilte der auf Abgastechnik spezialisierte Zulieferer aus Altensteig im Schwarzwald am Freitag mit.

Das Paket stamme aus dem Besitz einer Kapitalanlage-Tochter der LBBW, die bislang knapp 25 Prozent des Bertrandt-Kapitals hielt und dieses Paket vor gut zwei Jahren von ThyssenKrupp übernommen hatte. Angestrebt werde eine „langfristig orientierte Beteiligung und Partnerschaft“ mit Bertrandt, teilte Boysen mit.

Für den Mittelständler Boysen mit einem Umsatz von zuletzt 634 Millionen Euro und 1680 Mitarbeitern ist der Einstieg bei Bertrandt eine große Transaktion. An der Börse ist das erworbene Aktienpaket rund 76 Millionen Euro wert. Im vergangenen Jahr schrieb das 1921 in Leipzig gegründete Unternehmen trotz der Absatzkrise in der Autoindustrie schwarze Zahlen und investierte insgesamt knapp 81 Millionen Euro.

Boysen fertigt in Deutschland, den USA, Indien und China Abgaskrümmer, Katalysator, Partikelfilter, Schalldämpfer und Abgassysteme für Pkw und Nutzfahrzeuge. Zu den größten Kunden zählen Daimler, BMW, Porsche, VW sowie MAN.

Ingenieurdienstleister Bertrandt setzte im vergangenen Geschäftsjahr 2008/09 (30. September) mit gut 5400 Mitarbeitern 385 Millionen Euro um. Im Auftrag nahezu aller europäischen Fahrzeugbauer entwickelt und testet der in Ehningen bei Stuttgart ansässige Konzern neue Karosserien, Elektronik und Antriebstechnik. Porsche ist mit gut 25 Prozent an Bertrandt beteiligt. An seine Aktionäre hatte Bertrandt für 2008/09 je Anteilsschein einen Euro Dividende ausgeschüttet, nach 1,40 Euro im Boomjahr zuvor. Seit Jahresfrist ist der Aktienkurs von Bertrandt um rund 160 Prozent gestiegen.

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