Neues Wettbewerbsrecht
Raider auf Russisch

Was ein „Raider“ ist, das wissen inzwischen die meisten Unternehmer in Russland: Die Zahl derer, ob nun einheimisch oder ausländisch, die Opfer eines unfreundlichen Übernahmeversuchs (engl. „raid“) werden, ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Leider auch die Anzahl der schwarzen Schafe, die dabei Mittel jenseits der Legalität einsetzen.

MOSKAU. Ob mit Baseballschläger oder gefälschten Papieren – das russische Rechtssystem bietet nach wie vor zu viele Grauzonen, die der Wirtschaftskriminalität Vorschub leisten. Mehr Sicherheit und Transparenz dürfte dagegen nach Ansicht von Experten das neue Wettbewerbsrecht bringen, das Ende Oktober in Kraft treten soll: Auf der einen Seite erleichtert es ausländischen Investoren den Kauf von russischen Unternehmensanteilen, gleichzeitig schafft es aber auch klarere Regeln wie zum Beispiel zum Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung und verschärft die Strafen bei Verstößen. „Das ist ein guter Schritt nach vorne“, meint Hans-Peter Zier, Partner bei der Kanzlei Noerr Stiefenhofer Lutz. Zier geht auch davon aus, dass es die Übernahmeaktivitäten (M&A) in Russland weiter anfachen wird.

Nach einer kürzlich veröffentlichen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG wird die M&A- Welle weltweit in diesem Jahr ein Rekordniveau erreichen. Russlands Wirtschaft, die ein steter Strom von Öl-Dollar anheizt und das achte Wachstumsjahr in Folge erlebt, wird dabei von einem wahren Fusions- und Übernahmefieber geschüttelt. Nach Angaben von KPMG wuchs der russische M&A-Markt im vergangenen Jahr um 64 Prozent auf 40,5 Mrd. Dollar. Das entspricht in etwa dem Niveau von ganz Osteuropa und über zwei Prozent des Weltmarkts.

Nach dem Energiesektor rücken jetzt verstärkt Einzelhandel und Konsumgüterindustrie neben der Metallurgie in den Mittelpunkt. Auch die Expansion der Konzerne über Moskau hinaus in die Regionen treibt das M&A-Geschäft massiv.

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